Dienstag, 19. September 2017

XIII – DER BLICK


Ein Zimmer. Man unterhält sich. Gedimmtes Licht. Vielleicht einige Kerzen. Oder eine Lichterkette? Musik, aber leise und ruhig, dass man einander versteht. Und inmitten dieser Gespräche, schauen sich zwei der Menschen, nach einem eben gesprochenen Satz an. In die Augen. Für niemanden war der Satz wichtig, niemand hat wirklich auf ihn gehört, alle reden und lachen weiter. Nur diese zwei Menschen sind für einige Augenblicke wie eingefroren. Und ihre Blick zeigen sich gegenseitig, dass beide genau wissen, was der andere denkt. Momente, Erinnerungen, Gefühle, Gedanken, Bilder, Szenen, die beide erlebt haben tauschen sich zwischen beiden aus. Mit diesem einen Blick, in diesen wenigen Sekunden, die sie sich anschauen. Niemand wird es bemerkt haben, für niemanden spielt es eine Rolle. Aber diese Blicke erscheinen manchmal, wie das Erstaunlichste, wozu der Menschen fähig ist. Diese wenigen Sekunden, die eine Bedeutung haben, die sich außer der sich Anschauenden niemand vorstellen kann.

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