Sonntag, 17. September 2017

XII - Der Quäler


Auf einer Lichtung bei Nacht stehen zwei Männer und eine Frau, alle in dunklen Klamotten. Einer der Männer ist mit dicken braunen Seilen an einen Baum gebunden und schreit laut vor heftigen Schmerzen, dass seine Stimme schrill durch den Wald schallt. Der andere Mann hält der Frau eine Zange hin. Der Zangenkopf ist aus dunklen Metall und schon halb verrostet, die Griffe sind aus rotem Plastik. Die Frau zögert kurz, nimmt dann aber entschlossen die Zange und ihre eben schüchternen Augen fangen an zu leuchten. Sie nähert sich mit ihren vollen roten Lippen, ihrem sanften, spitzen weißen Gesicht den Lippen des an den Baum gefesselten Mannes, küsst ihn vorsichtig, als er erwidert fester und lustvoll. Dann zieht sie ihr Gesicht plötzlich zurück, umfasst mit ihrer linken Hand seinen Kiefer, hält ihn fest, steckt die Zange in seinen Mund und packt mit ihr seine Zunge. Sie drück feste zu und ihr Blick schreit vor tiefer Lust und Gier, als er laut weinend und schmerzverzerrt zu schreien beginnt. Sie zieht fester an der Zange, bis sie endlich die Zunge aus dem Mund des Mannes reißt. Seine Augen sind wie die eines Wahnsinnigen aufgerissen, er will erneut schreien, aber kein Ton entspringt seinem Mund. Der dritte Mann lächelt voll Genugtuung, als er sieht, wie die Frau vollkommen entfesselt ihre ganze Freiheit und Macht spürend zuerst mit dem verrosteten Metall der Zange auf des gefesselten Gesicht einschlägt, ihm dann die Augen mit ihren Finger aussticht, dass ihre Hände und Arme bald blutüberströmt im Mondscheinlicht dunkelrot schimmern und sie ihn schließlich, mit Fäusten, Knien und der tödlich mit ihren Händen sehnsüchtig und gierig umfassten Zange, als wollte sie sie nie wieder verlieren, den Mann zu Tode prügelt, bis sein Leichnam leblosen in den Seilen hängt. Sie reißt nochmals sein entstelltes Gesicht an ihres heran, fühlt den gebrochenen Kiefer, sieht die leeren, kaputten Augen, die selbst nichts mehr sehen und zwingt den toten Lippen einen Kuss auf, den sie genießt, wie sie noch nie in ihrem Leben etwas genossen hat. Die Vögel die nachts in ihren Bäumen sitzen und das Mondscheinlicht genießen stimmen gemeinsam ein Lied an:
Über allen Wipfeln ist Ruh
In den Gipfeln spürst du
Kaum einen Hauch.

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