Mittlerweile sind wir zwei nicht mehr alleine. Wir sind viele
geworden. Wir sitzen um ein kleines Lagerfeuer, die Flammen wärmen
die um uns herum und sich immer wieder an uns heranschleichende Kälte
auf, lassen uns gegenseitig uns und unsere Gesichter erkennen. Man
kann abwechselnd und durcheinander unsere Münder auf und zu gehen
sehen, während wir diskutieren und jeder Beitragen will. Dazu
trinken wir Rotwein. Ich liege, meinen Kopf auf den kalten Boden
gelegt und starre in die Tiefe des Sternenhimmels. Man kann die
Milchstraße sehen, einzelne Sternbilder erkenne ich wieder, aber das
interessiert mich nicht. Es ist das ganze Bild und während ich mich
ganz in diesem Bild verliere, komme ich mir so unendlich klein vor;
lenke ich meinen Verstand dann wieder auf die gesprochenen, manchmal
halb geflüsterten Worte, werde ich mir wieder meiner Selbst und dem
Leben bewusst. Es ist eine feine Ambivalenz. Hin und wieder ertaste
ich ihre Hand und ohne uns anzuschauen fahren wir gegenseitig über
unsere Haut, und fühlen die uns längst bekannten Unebenheiten. Das
Feuer, die uns umschließende Kälte, der Sternenhimmel, ihre
Berührungen. Ich lächele, als ich mir vorstelle das uns am Feuer
sitzend und all diese Einzelheiten beobachtend jemand zuschaut. Mir
ist nicht bewusst, dass diese von außen schauenden Betrachter nicht
weit entfernt stehen. Aber sie sehen nicht die Einzelheiten, die ich
sehe und kommen langsam näher. Wie immer dunkel gekleidet, mit
Helmen, Schutzweste und Schlagstock. Doch wir sehen es nicht und
lachen noch ein paar Sekunden vor uns hin.
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