Montag, 4. September 2017

IX

Du stehst am weiten im Sturm empörten Meere. Die Natur ist in stürmischer Bewegung; Hell-dunkel durch drohende schwarze Gewitterwolken; ungeheure nackte, herabhängende Felsen, welche durch ihre Verschränkung die Aussicht verschließen; rauschende, schäumende Gewässer. Häuserhohe Wellen steigen und sinken gewaltsam gegen schroffe Uferklippen geschlagen, spritzen sie den Schaum hoch in die Luft, der Sturm heult, das Meer brüllt, Blitze aus schwarzen Wolken zucken, Donnerschläge übertönen Sturm und Meer und Wehklage der durch die Schluchten streichelnden Luft. Und wie du dort stehst wird dir das verschwindende Nichts, dass du bist schmerzlich bewusst. Die ganze Nichtigkeit deiner Individualität trifft dich, wie der noch eben ohrenbetäubende Donnerschlag des dich umschließenden Gewitters. Die Größe, Zerstörungswut und -kraft der Natur, hält dich in den Händen, du bist ihr preisgegeben, abhängig und hilflos. Aber was hab ich zu verlieren, als das mir gerade jetzt bewusstwerdende nichtige Dasein als Individuum, wenn ich als Ausgleich für wenige Augenblicke Träger dieses Anblicks sein kann?

1 Kommentar:

  1. Oh je, ja, 7:30 Uhr, das ist auch immer so die Uhrzeit wo ich beschließe mich an meinen Laptop zu setzen und zu bloggen, da ich eh nicht einschlafen werde. Mit einer Tasse Kaffee (auf die am selben Tag meistens noch fünf weitere folgen).

    Gedanken sind manchmal lauter als furchteinflößende tickende Wanduhren. Und manchmal ist es die Stille, die lauter sein kann als die Gedanken. Na ja, und manchmal ist es alles auf einmal.

    Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, immerhin hast du einen guten Punkt getroffen. Niemand hat Zeit zum Essen. Das war sicher nicht witzig gemeint, doch ich fand es ganz amüsant.

    Für mich ist es schwer einzuschätzen ob ich Hilfe brauche, aber eigentlich brauchen wir doch alle Hilfe, nicht?

    Es ist mal wieder einer dieser schlaflosen Nächte, es macht Spaß sich durch deinen Blog zu lesen.
    Komm gut durch die Nacht.


    Alles Liebe

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