Montag, 4. September 2017

VIII


Ich sitze auf meiner Fensterbank. Eine Zigarette in meinem Mund, Musik aus meinen Lautsprechern schwebend und starre müde über die Straße mir gegenüber. Der Lärm, bei jedem vorbeifahrendem Auto ist ohrenbetäubend. Ein Auto nach dem anderen, kein Augenblick Ruhe. Kein Augenblick der Stille. - Nur Lärm. Ich brauche keine Angst zu haben, dass mich jemand so sehen könnten. Ich beobachte die vorbeilaufenden Menschen. Wie sie genau wissen, wo sie hinlaufen. Wie sie genau wissen, in welcher Geschwindigkeit sie Schritt für Schritt Fuß vor Fuß setzten müssen, um anzukommen. Wie ihre Gedanken von dem bevorstehenden Termin eingenommen sind. Ihre Blicke starr nach vorne, ihre Konzentration gefasst und ihre Gedanken in sinnlose Schleifen blickend. Diese Leute, die an meinem Fenster vorbeigehen. Diese Menschen in den Autos. Dieser Lärm und Gestank. Und trotzdem, trotzdem plagt sie kein unangenehmer Gedanke. Sie laufen geradewegs geradeaus, unbekümmert oder besser nichtbekümmert, denn es gibt kein Kümmern, nur Tätigkeit, denn das reine Glück hebt jegliches Glück auf. Für glückliche Menschen gibt es kein Glück mehr. Und ich sitze hier mit meiner Zigarette, höre den Lärm, sehe die Menschen, spüre die Musik und die Leidenschaft bringt mich um.

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