Donnerstag, 31. August 2017

VI


Ich sitze in einem großen Zelt. Eine bunte Discokugel dreht sich schnell und erzeugt ein unruhiges Bild. Meine Gedanken fliegen hin und her geworfen vom Takt der neben mir spielenden Gitarre. Der Rauch meiner Zigarette streichelt zärtlich an die Zeltdecke aufsteigend mein Gesicht, während Rotwein meine Lippen, Zunge und Kehle benetzt. Ich weiß, was ich tue, ich bin mir allem bewusst, ich weiß, was ich tue, dass es verboten ist. Aber was ist ein Gebot als ein Zeichen einer – vielleicht bald vergangenen – Zeit. Dennoch wird mir schwindelig, die heftig hervor strömenden Wörter, meines Kopfes sprudeln schneller werdend, drängen auf Papier gebracht zu werden und mir wird übel. Will ich mich schlafen legen? Nein, ich stehe auf, bewege mich langsam rasend werdend durch das Zelt. „Was ist?“ Ich antworte nicht und trinke noch einen Schluck. Es macht es schlimmer. Vernebelt, düster und unklar werden meine Gedanken. Ist das Rausch? Wo ist die Musik? Macht die Lichter aus! Zündet Kerzen an! Wo ist sie? Dann sinke ich stumm zu Boden. Ich wollte zu Boden sinken.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen