Montag, 28. August 2017

IV


Ringsherum liegt alles in Schutt und Asche. Einige zerstörte und in Flammen stehende Gebäude in der Ecke, Kaputte Autos auf den Straßen und die letzten Gestalten ziehen ihre Masken ab und laufen mit todmüden Augen, gesenktem Kopf und leerem Blicke die ansonsten verlassenen, traurig und düster wirkenden Straße herunter und der eben noch in heller Euphorie bebender Platz bleibt einsam und bedrückend zurück. Bis auf zwei Menschen, die sich aus zwei entgegengesetzten Seiten langsam näherkommen. Sie beide schwarz gekleidet. Kurze schwarze Haare, in einem zerrissenen schwarzen Kleid, kommt sich vorsichtig tastend und über die Trümmern laufend einer der beiden von links. In engen Hosen, mit zerrissenem Hemd und langen brauen Haaren kommt der andere der beiden von rechts. Sie treffen sich in der Mitte strecken ihre Hände nacheinander aus, zunächst nur die Haut ihrer Fingerspitzen, dann beide Hände berühren sich vorsichtig und sehnsüchtig. Sie fassen sich sanft halb auf den Hals, halb an die Wangen und ihre Körper kommen sich zitternd immer näher, bis sie sich endlich beinah bebend aneinander drücken. Ihre Gesichter kommen sich näher, beinah unerträglich halten sie sich kurz auf Abstand, um den Moment herauszuzögern, als würden sie sich fürchten, weil sie etwas verbotenes, fremdes und gefährliches tun, bis sich ihre Lippen endlich und heftig, feste, alle Angst und Zurückhaltung fortwerfend aufeinander pressen.

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