Montag, 30. Dezember 2013

Sonnenuntergang

Ich laufe geradeaus, die Straße entlang Richtung Wald. Vor mir geht als rot golden leuchtender Ball die Sonne unter. Die herbstlichen Blätter fliegen vom milden Wind getragen durch die Luft. Es ist still. Ganz leise höre ich nur meine eigenen Schritte, meinen Atem und glaube meinen Puls zu spüren, wie er immer schneller schlägt, fester, hämmernd gegen meine Brust. Ein Auto fährt an mir vorbei, der Windzug reißt an meinen Haaren. In meinem Kopf klingt hallend noch das Rauschen. Ich bleibe stehen. Schaue über die Bäume, Wälder, Hügel, den roten Horizont, Felsen. Ich hebe meinen Arm. Klick. Vor mir verschwimmt das leuchtende Bild, gespiegelt in einer heißen, fallenden Träne, die dann auf dem kalten Stein zerplatzt. Ich schließe meine Augen, Alles wird rot, rot, wie der Himmel. Ein Knall hallt durch das Tal. Die Sonne geht unter.


Samstag, 21. Dezember 2013

19.12 ... Ein Jahr...

Ein Jahr und schon soooo viel gemacht, ein Jahr und schon sooo viel gelacht und ich bin einfach richtig, richtig, richtig froh, dass ich dich hab. Dass ich dich umarmen kann, dich küssen kann, dass du mich hältst, wenn ich drohe zu fallen, dass wir uns auffangen, wir reden, wir tanzen...

Und manchmal spüre ich noch die tanzenden bekifften Kobolde, manchmal fühlt sich noch alles an, wie as würden wir Fluch der Karibik gucken und uns dann plötzlich in die Augen... manchmal riechst du auch noch genauso, wie als ich das erste Mal wahrgenommen hab, wie du riechst und es ist einfach alles viel, viel zu viel um es schwarz zu rot auf ein kleines Stückchen Papier zu schreiben und auch einfach viel, viel zu wichtig...

...Annika, ich liebe dich.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Danke

Ich wurde getaggt, von Meike. <33
Regeln: Beantworte die Fragen, stelle 11 weitere und tagge 5 Blogger mit weniger als 200 Followern

Fragen

1. Ein Lied, das dich/ dein Leben beschreibt.
Scratches von John Frusciante...

2. Dein bestes und schlechtestes Fach in der Schule.
Mein bestes Fach ist entweder Informatik oder Darstellendes Spiel. Schlechtestes Bio.

3. Was beschäftigt dich momentan am meisten?
Mein Angst... Vor mir selbst. Wie, sowas wie Donnerstag oder Freitag passieren konnte. Die Angst, das sowas nochmal vorkommt...

4. Hast du schonmal jemanden vollkommen, so aus dem ganzen Herzen richtig geliebt?
Ja.

5. Glaubst du an die wahr Liebe?
Ja, auf jeden Fall. Mein Ethik Lehrer bezeichnet mich als "romantischer Träumer"

6. Deine Meinung zur Gesellschaft in einem Satz.
Okay, dass ist schwieriger.
"Wir leben in einer Welt, die genormt ist, einer Welt, die voller Formen ist, einer Welt in der du, wenn du nicht nach den Normen geformt bist, in den Augen der Gesellschaft verdorben bist"
Und Geld.

7. Eine Sache, die du an dir gar nicht magst.
Eifersucht und Neid. (Sorry, eine Sache ging einfach nicht)

8. Eine Sache, die du an die Total magst.
Mein Gesicht.

9. Hast du Dinge, die du dir für 2014 vornimmst?
Weniger Rauchen. weniger trinken, gesunder zu Leben. Mehr Zeit für mich selbst.

10. Eine Person, die die inspiriert und warum?
Auch schwieriger. Ich würde sagen John Frusciante.
Er hat seine krasse Drogensucht hinter sich gelassen. Er ist unglaublich kreativ, was mich wirklich inspiriert (2004 hat er 5 Alben veröffentlicht). Und die unglaublich gute Musik, die er macht. 

11. Wenn du deinem jüngerne Ich jetzt etwas sagen/ raten könntest, was wäre es?
Hab immer immer, genug Zeit für dich. Lass dich nie deiner Freiheit berauben.


Meine Fragen:
1. Sommer oder Winter?
2. Wie geht es dir?
3. Wie stehst du zu deinen Eltern?   Was macht sie besonders?
4. Theater oder Kino?
5. Gedichte Llesen oder schreiben?
6. Deine Meinung zur Gesellschaft in einem Satz. (sorry, die Frage ist geklaut, aber sie ist klasse)
7. Eine Ding, das für dich unglaublich wichtig ist.
8. Ein Mensch, der für dich unglaublich wichtig ist.
9. Ein Wert, der für dich unglaublich wichtig ist.
10. Dein Lieblingsbuch/ Theaterstück.
11. Angst vor dem Tod oder Angst vor dem Sterben?

Ich tagge:
Nadine 
Dreaming Girl
Anna 
Splitter Nackt 

Ich kenn leider nicht viele Bogger, deswegen tagge ich zuletzt Meike zurück, du muss aber nicht weiter taggen oder neue Fragen stellen, ich fänds nur toll, wenn du die Fragen beantwortest :)






Montag, 9. Dezember 2013

Mein Kopf zerspringt

Ich glaube es wird wieder schlimmer. Um mich herum drückt alles. Mein Schal soll mich warm halten, aber er erdrückt mich. Die Luft fühlt sich so dick, mein Kopf sich so schwer an. Jedes Wort von ihr, falsch, falsch verstanden.Wieso gerade jetzt? Sie scheint immer so weit weg, wenn ich sie am meisten brauche... Schmeiße es weg!
Aber am schlimmsten die Angst. Angst die Kontrolle zu verlieren. Wieder. Es macht mich kaputt. Laufen wird zu Rennen, jeder Schritt zu schwer. Wieso muss ich fallen, wenn ich eigentlich die Kraft zum stehen habe? Fällt vielleicht nur mein Kopf und mein Körper bleibt stehen? Dann müsste ich wenigstens meine Körper nicht mehr sehn'.
Ich will schreien, wie Donnerstag. Ich will weinen, will rennen, wie Donnerstag.
Habe Angst vor Donnerstag.
Mein Kopf zerspringt. Mein Kopf zerspringt. Mein Kopf zerspringt. Mein Kopf zerspringt. Mein Kopf zerspringt. Mein Kopf
zerspringt. Mein
Kopf zerspringt.
Blut rinnt.

Montag, 2. Dezember 2013

kleines Märchen

Es lebten eins ein Junge und ein Mädchen auf einem kleinen Bauernhof. Sie kümmerten sich um all die Tiere. Melkten die Kühe, putzen die Pferde und pflegten sie, damit andere Kinder auf ihnen das Reiten lernen konnten, sie liebten ihre Tiere.
Doch eines Tages lief ihr Hund weg, er hieß Blau. Während es Nacht war, rannte er einfach davon. Als das Mädchen gemerkt hatte, dass er nicht mehr da war, da wurde sie gar traurig und lief ihm hinterher, versuchte ihn zu finden und sie kam lange nicht zurück. Sie hatte sich in den Weiten der Welt verloren und wusste nicht mehr wo sie war, ihren Hund hatte sie trotzdem nicht wiedergefunden.
Jetzt war der Junge ganz alleine auf dem Bauernhof und er weinte jeden Abend, um das Mädchen und um Balu, denn Beide hatte er sehr lieb, Beide waren ihm sehr wichtig.

Lange Zeit später, und das Mädchen hatte die ganze Zeit nicht aufgegeben Balu zu finden, fand sie ihn an einem Flussbett. Sie ging zu ihm hin und drückte ihn ganz fest und er erkannte sie, obwohl er nicht mehr sehen, stehen und kaum noch hören konnte. Er leckte ihr ein letztes Mal übers Gesicht, wie früher, als sie im Garten auf dem Bauernhof unter den Bäumen gespielt hatten, und dann starb er in ihren Armen.
Nun wo sie ihren Hund gefunden hatte, fand sie auch wieder den Weg nach Hause, der tief in ihrem Herzen war, denn den Jungen hatte sie sehr lieb. Sie kehrte zurück zu dem Bauernhof. Da fand sie, dass der Junge kein Junge mehr war, sondern ein Mann und das Mädchen, das war nicht mehr ein Mädchen sondern eine Frau und die beiden heirateten und lebten weiter auf dem Bauernhof, glücklich bis an ihr Lebensende
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

ich liebe dich
;)

Sonntag, 17. November 2013

(Wieder)sehen



"Ich muss ihn noch fragen, er ist noch im Schlafanzug." 

Wir warten. Stehen im Korridor, Jacken und Schuhe noch an. Ein eigentümlicher Geruch. Fühlt sich komisch an wieder? hier zu sein. War ich schon mal wirklich hier? Hab ich ihn vorher wirklich wahrgenommen? Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht.

"Kommt hoch". Seine Mutter steht an der Tür noch oben. Wir folgen ihr, der schmalen Treppe.  Schuh ausziehen. Jacke ausziehen. Endlich, mir ist warm. Desinfizieren. Dann, die Tür zum Wohnzimmer. Offen. Da sitzt er, dünn, nur wenige feine schwarze Haare. Er sitzt auf einem Sofa, sein Kopf berührt fast die Dachschräge. Er guckt uns an. Ohne zu lächeln. Nur in seinen Augen sieht man diesen Schimmer, Schimmer der Freude wieder Menschen um sich zu haben, junge Menschen, Freunde. 

Die Bilder auf dem Laptop, gezeigt von seiner Mutter, erschrecken. Er erzählt, wie es war. Ich trinke kalten Apfelsaft mit Wasser. Höre ihm zu. Berührt. Beschämt, von mir selbst, wie wenig ich gemacht habe. Wie wenig ich ihn unterhalten habe. 

Wir gehen wieder, ziehen unsere Sachen an. Die Tür fällt hinter uns ins Schloss. Tschüss. (Bis bald)

Sonntag, 10. November 2013

Schwarz Weiß

Schritte hinter mir, beeilen sich aufzuholen. So schön der kühle Wind, Laubblätter, laute Musik, allein sein.
"Mochtest du ihn?". - Seine Stimme, schon nach drei Wörtern nervend. "Ja." - Meine Antwort, hinter der noch so viel mehr steckt: Sympathie, Verstehen, Dankbarkeit, Traurigkeit. So viel mehr. - Ja, ich habe ihn gemocht.
"Steven hält n rede. Muss ich mir geben.". Ich nicke, wünsche mein Nicken wäre sein ersticken. Arschloch!

Wir betreten die Kirche. Das dumpfe Hallen unserer Schritte, der Stimmen findet seinen Weg zu mir. Ich finde meinen Weg nach vorne. Setze mich. 6. Reihe. In schwarz gekleidet betritt einer nach dem anderen das Gebäude, kniet kurz auf dem Boden, setzt sich. Ich gucke nach vorne.

Der Pfarrer beginnt, spricht Worte der Liebe, der Trauer. Zu den Angehörigen, den Lehrern uns Schülern. Spricht in dieser ruhigen, tiefen Stimme, über Windhauch. Vergänglichkeit.
Der Musikkurs fängt an zu singen. Jael und Charlottes Stimmen, die gesungenen Töne in meinem Ohr nur verzerrt zu hören.
Sein Bild vorm Altar starrt mich an. - Wieso schwarz weiß?! Mir steigen Tränen in die Augen, mein Körper bebt, beiße mir auf die Lippe, schmecke Blut. Und wieso immer schwarz statt weiß? Wieso?!

Die Messe ist zu ende. Die Leute stehen auf, nicken noch einmal, drehen sich um und gehen, vergessen? Ich laufe nach vorne. Langsam. Ein Schritt nach dem anderen, jeder Tritt hallt. Sein Bild in meinen Augen, umgeben von Menschen steht er da, trägt seinen roten Schal. Hier in schwarz weiß auf kaltem Stein, einige Blumen neben ihm, doch kein Mensch sieht ihn.
Ich trete ganz nah. Versuche diesem Bild in die Augen zu schauen, mir seine Stimme vorzustellen. Heiße Tränen fließen, tropfen in Tropfen herrunter. Eine warme Hand auf meiner Schulter. Dreht mich um. "Sollen wir dich mitnehmen?" - Charlotte schaut mir in die Augen. Ich vergrabe mein Gesicht in ihren Haaren.
"Ja, bitte".

Freitag, 1. November 2013

"Verpiss dich einfach! Hau ab!". Die Lichter und der Bass von der Kerb, dringen noch zu uns herüber. Es ist dunkel, kalt. Unser Atem steigt in weißen Schwaden vor uns in die Luft.
"Ich knall dich ab! Ich knall dich ab!", Max Stimme dringt hallend an mein Ohr, sein Gesicht nass von dem Regen, seine Haare hängen ihm in die roten Augen. Er schreit, wütend, weinend. "Ich will deine Stimme nicht mehr hören! Du Arschloch! Du kleiner - ", ihm fallen keine Worte mehr ein, schreit einfach nur noch in die Nacht, hält seine Waffe auf Tom.
Ein Windstoß. Die herbstlich rot goldenen Blätter fliegen durch die Luft, an uns vorbei. Auch meine Kleidung und Haare sind schon durchnässt, kleben nass an meiner Haut. Ich stehe da, zitternd, Versuche A. hinter mich zu halten, sie zu verstecken. Vor Angst unfähig irgendetwas zu tun.
"Wieso musstest du das tun? Wieso konntest du nicht einfach nach Hause gehen? Ich kann doch nicht anders!" Seine letzten Worte, geschrienen, verdrängen kurz das Geräusch des Regens. Ohne nachzudenken mache ich einen Schritt. Nach vorne. "Lass ihn, Max, bitte. Bitte lass ihn, hör auf, bitte", ruf ich meine Stimme zittert, wie mein Körper vor Kälte und vor Angst.
"Du hast sie angefasst! Du hast sie einfach gefickt! Ich hasse dich". Seine Stimme überschlägt sich, seine Worte vor schluchzen kaum verständlich. Mich ignoriert er einfach, richtet seine Pistole weiter auf Tom und schaut ihn mit diesen hasserfüllten roten Augen an.
Mein Körper füllt sich schon wieder mit schwerer dickflüssigen Angst, hält mich fest, lässt mich nicht weiter gehen, klebt meinen Kiefer zusammen. Hinter mir höre ich A. weinen.
"Ein sonderbares Ding um die Liebe", die Worte verlassen langsam meinen Mund, ich weiß selber nicht, was ich da gerade tue, aber irgendwas muss ich ja machen.  Zum ersten Mal wenden sich diese Augen ab und blicken auf den Boden. "Da liegt man ein Jahr lang Schlafwachend zu Bette - und an einem schönen Morgen steht man auf, zieht seine Kleider an, trinkt ein Glas Wasser und fährt sich mit der Hand über die Stirn und besinnt sich"
Langsam sänkt sich sein Arm. Der Regen ist stärker geworden, die schweren tropfen platzen laut auf den Autodächern auf.
"Und besinnt sich", meine Stimme gerade laut genug um sie zu verstehen, zittrig, zerbrechlich.
Max Züge entspannen sich, sein Arm hängt zur Seite, die Waffe immer noch in seiner Hand, doch seine Finger greifen nicht mehr feste zu, ganz locker. Er weint leise.
"Es tut mir Leid", flüstert er, seine Augen starren auf den Boden, als würde er sich festhalten, beim Wegsehen, den halt verlieren. "So Leid."
Die Spannung fällt von mir, ich atme auf. "Leg einfach dieses Ding - " Zwei schnelle Bewegungen. Sein Arm hebt sich. DiePistoleDerLaufSeinKopf. Bang.


Es tut mir Leid, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe, ich bin einfach nicht wirklich dazu gekommen.
 Diese Geschichte ist erfunden, ich bin heute zum Bahnhof gelaufen und sie hat sich so in meinem Kopf abgespielt... 

Montag, 23. September 2013

Frei

Kindergruppe ist zu Ende. Ich winke noch dem grünen Auto hinterher, in dem das letzte Kind wegfährt. Von Waldrand aus Richtung Stadt.
Ich setzte meinen Rucksack auf, fange an zu laufen, vom Waldrand aus Richtung Stadt. Ich betrachte meine Füße beim gehen. - Es stimmt, ich knicke etwas nach innen. - Dann blicke ich auf. Über das Feld, runter auf unsere kleine Stadt, im Hintergrund, auf der anderen Seite die Berge des Taunus im Nebel. Alles scheint so klein, so still, so schön.
Ich setze mich hin, in das nasse Gras, der Rucksack immer noch auf meinem Rücken, der rote Boomerrang immer noch in meiner Hand. Ich schaue über die Stadt, höre den Vögeln zu, wie sie zwitschern, singen. Wovon? - Höre das Geräusch von vorbeifahrenden Autos, die Taunusbahn hupt, nähert sich langsam schlängelnd dem Bahnhof. Ich blicke über die Dächer, manche sind rote, andere Schwarz, so verschieden, so gleich. Zähle die Hochhäuser, obwohl ich genau weiß, wie viele es sind. Vor mir fliegt eine Mücke, ich beobachte sie, schaue ihr noch hinterher, bis ich sie nicht mehr sehen kann, weil sie zu klein ist. Oder nur zu weit weg?
Das alles ganz langsam, fließend. Einfach dasitzen, mit freiem Kopf. Die Natur genießen. Abschalten. Einatmen, ausatmen...
ich sitze noch da, lange da. Dann stehe ich auf, gehe vom Waldrand aus Richtung Stadt nach Hause. Ein Schritte vor den anderen.
...

Sonntag, 8. September 2013

Warum?

sorry, eigentlich wollte ich heute den nächsten Teil von dem Märchen veröffentlichen, aber ich kann gerade irgendwie nicht dran schreiben, ich hoffe ich schaff es bis nächsten Sonntag :)


Wir sitzen zu zweit auf der Rückbank, zwischen uns steht die Schüssel roher Teig. Mittlerweile nur noch halb voll - einfach zu lecker. Wir hatten zu Hause keine Zeit mehr den Kuchen zu backen. J. fährt und sitzt vorne, er hat gerade den Disney Soundtrack angemacht. Ich kenne die Lieder nicht, hab nie viel Disney geguckt in meiner Kindheit. J. und A. machen sich darüber lustig und erklären mir aus welchen Filmen die Lieder kommen. Dann Schweigen. Wir. Halte ihr Hand. Ihre warme Hand. So weiche Haut. Wie froh ich bin, dass wir uns mal wieder länger als eins, zwei Stunden sehen. Sie holt ihr Handy raus. Lässt meine Hand los. Ich lehne mich an die Fensterscheibe, beobachte die vorbeifliegenden Bäume. Mein Handy liegt zu Hause im Wohnzimmer, hab es liegen gelassen. Eigentlich froh drüber.
Sie hält mir ihr Handy hin. - Ihr Blick. 

"Warum?"

 Steht in unserem Chat, das Bild von mir mit der blauen Mütze als Hintergrund, das Bild, das sie so mag. In meinem Körper zieht sich sofort alles zusammen. Ich kann nicht anders. Schreibe nur ein Fragezeichen zurück. Ich versuche ihr in die Augen zu schauen. Ihr Blick tut mir so unendlich weh. Natürlich weiß ich, was sie meint! Ich sitze genau so, dass sie es sofort sieht! Wieso, hab ich mich nicht nach vorne gesetzt?! Wieso nicht einfach auf die andere Seite? Wieso hab ich nicht wenigstens eine Jacke drüber gezogen? 
Sie schreibt "Arm" zurück. Ich blende alles andere aus, die Musik, Johannes. Alles tut weh, die feinen roten Striche brennen. Wieso musste sie es sehen? Sie braucht sich keine Sorgen machen. Ich komm schon klar. Jedem anderen könnte ich sagen, ist nichts schlimmes, ihr nicht. Sie soll es nicht wissen. 
Ich versuche es zu leugnen - Dumm! - versuche so überzeugt wie möglich "Nein" zu sagen. Doch sie weiß es. Weiß es ganz genau. Sie kennt mich, kennt mich zu gut. Ich leg meinen Kopf auf ihre Schulter, vergrabe mein Gesicht in ihren Haaren, flüstere ihr ins Ohr, dass es mir Leid tut. "Wieso sagst du denn nichts?" Ich antworte nur - "Später, nicht jetzt im Auto, okay?".
Sie guckt weg aus dem Fenster, nimmt aber meine Hand, hält sie fest. Hält sie ganz fest. Mir tut es Leid, so Leid, so Leid...  so Leid

Sonntag, 1. September 2013

Der Schöne Mann.


Einst liebte er eine wunderschöne Frau, die ebenso hübsch und schön war, wie er selbst, vielleicht sogar noch etwas hübscher und noch etwas schöner.
Sie lebten in einem wunderschönen alten, Efeu-bewachsenen Haus mit einem riesigen Garten, der die beiden an Schönheit noch übertraf. In diesem Garten wuchsen alle Arten der schönsten Blumen, Sträucher und Bäume, die du dir nur irgendwie vorstellen könntest: Tulpen, Hyazinthen, Nelken, Stiefmütterchen, Lupinien, Veilchen und – Rosen. Große, duftende Rosen, die das Herz des Garten bildeten und in ihrer vollen Pracht um einen marmornen Springbrunnen wuchsen. Diese Rosen, die nirgendwo anders auf der ganzen Welt wuchsen, außer in der Mitte dieses Gartens, neben dem weißen Brunnen der Ewigkeit und Schönheit, waren besondere Rosen. Blaue Rosen. Blau waren sie, weil sie das Werk der Frau alleine waren und weil es ihr Werk alleine war nannte man die Rosen auch Marie-Rosen, denn so hieß auch ihre Schöpferin.
Dieser Garten war der größte Schatz der Liebenden, doch sie wollten ihren Schatz mit allen teilen und darum umgab zwar eine Hecke ihr Grundstück, aber prachtvolle Rosen und allerlei anderer Blumen sprossen aus ihr heraus und luden dazu ein den umrankten Torbogen zu durchschreiten und in das 'Paradies' einzutreten.
Die Frau und der Mann verlangten nie etwas von ihren Besuchern, die Freude und Bewunderung in den Augen der Kinder, die herum sprangen und der Erwachsenen, die im Duft der Blumen lasen, genügte ihnen völlig. Tag und Nacht gingen Menschen in dem Garten ein und aus. Und ob sie vorher fröhlich, zornig, wütend oder traurig waren spielte keine Rolle, denn sie gingen alle als glückliche Menschen durch den Blumen-umrankten Torbogen aus dem Garten hinaus, nach Hause.

Sonntag, 25. August 2013

Not really???

"are you actually into somebody, or've been into 
sb lately, caus you don't seem like a person being 
into sb?"

"Hahaha, hmm.
Well. I generally enjoy flirting, and i love being
close to lots of people. But im kind of into you, 
ugh. :P"
 

Sonntag, 18. August 2013

Draußen in der Nacht

Ich sitze auf dem Kunstrasen. Über mir die Sterne, der Mond, einzelne Wolken, die angestrahlt die schönsten Bilder ergeben. Ich sitze auf dem Kunstrasen, meine Beine überkreuzt, starre nach vorne, die Musik aus M.s Handy dringt an mein Ohr, meine Gedanken driften ab. A. und M. rollen über den Boden, lachen, halten sich an den Händen. Ihre Stimmen sind so unendlich weit weg. Ich sitze auf dem Kunstrasen, meine Beine überkreuzt, starre nach vorne, meine Gedanken schweifen ab. Sie verlieren sich in diesem Geflecht, in diesem dunklen Geflecht, ich versuche nicht rauszukommen, dringe immer weiter ein, was gibt es da?
M. zieht mich hoch, sie beginnen mich zu drehen, strecke meine Arme aus, dreh mich schneller. "Kopf nach oben", A.s wundervolle Stimme. Ich gucke in die Sterne, dreh mich noch schneller, immer, immer schneller, spüre, wie sich alles nach Außen zieht. "Let it go"  "lass los"  "lass alles fallen"  "flieg weg" will ich schreien, doch mein Mund bleibt geschlossen. Kein Ton, kein Wort, kein Laut. Ich laufe wieder gerade. A. stellt sich vor mich, guckt mir in die Augen, ich gucke an ihr vorbei. "Ist wirklich alles okay?", fragt sie. "Ich weiß nicht.", jetzt gucke ich auf den Boden. Sie tritt näher an mich ran, ich gucke ihr in die Augen, wie sehr ich diese Augen liebe, wie sehr ich dieses Gesicht liebe, so nah vor mir, wie sehr ich diese Person liebe, so dicht bei mir. Ich küsse sie auf die Stirn, schließen meine Augen, schiebe ihre Haare zur Seite, küsse sie auf den Hals, dann langsam, vorsichtig, ruhig auf den Mund. "Deine Lippen sind so warm" - ihre leise Stimme, wie sehr ich diese Stimme liebe. Ich küsse sie nochmal, ohne Druck, ganz leicht.
"so warm"
.

Mittwoch, 14. August 2013

Wenn es dunkel ist

Haare unter die Mütze, Kapuze auf, Halstuch über Mund und Nase. Wir fangen an zu rennen, P. und F. neben mir. Nur Kurz kann ich alles vergessen, wie sehr ich sie vermisse, wie wenig ich von ihr höre, in was für eine traurige Welt ich gerutscht bin, wie sehr sie sich Sorgen macht um mich und M...
Stehen direkt vor der schwarzen Plakatwand - "alternative für Deutschland", "Starke Wirtschaft - CDU". Es ist schon dunkel, alles orange beleuchtet durch die Straßenlaternen, wir ziehen Küchenmesser aus unseren Hosentaschen, beginnen an den Plakaten zu reißen, kratzen sie ab. Nehme nicht mehr richtig wahr, erschricke nur kurz, als ein Auto über die zu hell beleuchtete Hauptstraße jagt, keine 20 Meter von uns entfernt. Doch auch Angst, oder Furcht nehme ich nicht war, nicht mal Aufregung, einfach nichts.
Das letzte Plakat fällt, wir laufen zurück. Kapuze runter, Mütze ab, beginnen langsamer zu gehen, schiebe das Halstuch wieder runter, Atme die frische Luft ein. Wir kommen bei A. und M. an, ich nehme mir die Flasche Weißwein, die neben ihnen steht. "Lasst uns gehen" - sage ich und beginne Richtung Bahnhof zu gehen.

Samstag, 27. Juli 2013

Sternenhimmel

Ich werd mit Händen und Füßen getreten
Jedenfalls fühlt es sich so an
Wenn ich die Straße lang laufe
Alle starren mich an
Sie sind mir zu nah.
Treten mir mit jedem wort zu nah 
Lassen mich nicht allein
Kann nicht allein sein mit dir.
die ganze Zeit umgeben von Menschen
Fühl mich trotzdem allein
Wahrscheinlich weil ich nicht denken kann
Sitz aus Trotz hier,
wir und der rauch in meinem Mund
Bin verwundet
Ein verwundeter Soldat
Der Rauch trübt meine Sicht
Für das schöne. Das Gedicht über Rosen
Schmetterlinge und luftballons
Doch der Himmel über mir.
Die Sterne hier stehen auch über dir
Das schwache funkeln stärkt mich
Ich werd müde, denke an dich
Schlafe nicht. Müdigkeit überkommt mich.
Trete ein in die Welt der Träume.
Der Freude.
Am nächsten morgen ist da bestimmt wieder Freude...
...oder?

Dienstag, 23. Juli 2013

Sonnenaufgang (3)

Sie setzt sich neben mich. Wir. Fangen an zu reden. Über dir Vergangenheit, über unsere Vergangenheit, über Silvester 2011, über uns als Kinder, über jetzt...
Wir folgen. Den anderen. Die Lichter, das Klatschen, die Musik des spanischen Marktes, all das umgibt mich, ich weiß nicht mehr ganz, was ich tue, mein Handeln wird so unüberlegt, unkontrolliert. Clara setzt sich der Frau gegenüber, auf einen kleinen schwarzen Plastikhocker. Die Frau fängt an mit ihrem Pinsel die ersten schwarzen Linien auf Claras rechte Hand zu malen. Die Frau schiebt einen zweiten Hocker neben Clara. Bittet mich, mich zu setzen. Denkt sie, ich sei Claras Freund? Ich setze mich. Wunderschön ranken sich die schwarzen Blumen, Punkte, Striche von ihrem Handrücken, bis in die Fingerspitze ihres Zeigefingers. Die Frau kann das gut denke ich mir, sie ist vielleicht Mitte dreißig, sieht etwas alternativ aus, mit ihren Klamotten und langen braunen Haaren. "Wir gehen, ihr kommt dann nach, okay?" - Lukas Stimme an meinem Ohr. Er und Johannes laufen an uns vorbei, zurück Richtung Strand. Ich beginne auf französisch mit der Frau zu reden, obwohl sie mir immer wieder sagt, dass sie kein Französisch spricht, aber das ist mir in dem Moment nicht wichtig... Als die Frau fertig ist, nimmt sie sich zehn Euro aus Claras Portmonee, wir bedanken uns und gehen zurück Richtung Strand, Stille, Meer. Wir unterhalten uns. Viel. Über Alles. Über Ben. Annika. Meer. Urlaub. Schneiden. Traurigkeit. Uns. Freude. Leben. Sterne. Die Anderen. Vergangenheit. Zukunft. Wir laufen nach Hause. Seite an Seite. Wie früher. Hinter uns der Mond, das Meer, Sand und irgendwo die Sonne, bereit am nächsten Tag wieder aufzugehen.

Montag, 22. Juli 2013

Sonnenuntergang 2

Wir laufen zusammen an den weiten goldenen Strand. Warten darauf, dass mein Vater kommt. Um Lennart abzuholen, um uns alleine zu lassen, um uns mit dem Alkohol alleine zu lassen. Er kommt, läuft langsam die Treppe hinunter, neben ihm Ulli, dahinter der Rest der Eltern. Clara erschrickt, warum kommen sie alle? Sie versucht sich torkelnd betrunken vor ihrer Mutter zu verstecken. "Riech ich nach Alkohol?" - Sie haucht mich an. "Nein", antworte ich und gehe mit ihr weg von den Eltern. Irgendwann folgen uns auch die anderen. Die Eltern sind weg. Wir sind alleine. Ich ziehe den Korken der zweiten Flasche, verschütte den wertvollen Alkohol über meine neue Hose. "True or dare?", fragt Lukas irgendwann. Kurz später rennen wir alle in Unterwäsche über den fast leeren Strand. Es ist bestimmt schon nach 11. Wir rennen umher. Ich habe das Gefühl, dass die anderen genauso betrunken sind, wie Clara und ich. Ich falle in den Sand, bleibe liegen. Einfach liegen bleiben, den anderen zuhören. Irgendwann ziehen wir uns wieder an, gehen Richtung Menschen, Richtung Musik und Lichter. Ich lege mich noch einmal hin, auf das letzte Stück kaltem Sand, vor dem harten Pflaster. Clara bleibt zurück, die anderen gehen vor. "Nicht zu mir legen" - ich habe Angst vor der Wirkung des Alkohols. Fortsetzung folgt.

Sonntag, 21. Juli 2013

Sonnenuntergang 1

Die andere gehen schon mal vor. Richtung Sonne, Richtung Strand. Wir bleiben stehen. Hier sind zu viele Menschen, alles ist zu vollgepackt, zu hektisch. Wir suchen uns die zwei billigsten Flaschen Wein aus. Bezahlen. Gehen. Den anderen hinterher. Es ist schön sich kurz zu zweit zu unterhalten. Sie versteht mich. Jedenfalls mehr als die anderen. Sie ist mehr wie ich. - "Kiffst du eigentlich noch?" "Ja", antworte ich. Wir kennen uns seitdem wir 6 sind, haben uns länger nicht mehr gesehen, weil ich mittlerweile wieder in Deutschland wohne, es wirkt sonderbar jetzt über so Dinge zu reden.
Es geht leicht bergab, der Sonne, dem Meer, dem Horizont entgegen. Wir trinken abwechselnd in kleinen Schlücken von dem weißen, bitteren Wein. Wirklich gut schmeckt er uns nicht... "Jan, wir sind hier!" - Die Stimme meines kleinen Bruders. Wir erschrecken. Die anderen warten auf uns, auf einem Spielplatz, der wie ein nach gemachtes Fitnessstudio aussieht, aus grünen metallischen übungsgeräten. Wir stellen schnell die Wein Flaschen hinter einen Baum - "wir holen die dann später ab".
Lennart guckt mich immer so komisch an, wenn ich mit Clara zu zweit bin, wie als wollte er sagen "Wieso läuft sie neben dir und nicht Annika?" - klar läuft Annika nicht neben mir! Weil sie nicht da ist! Sie soll aber da sein! Sie soll nicht 1613 km und 200 m entfernt sein! Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 17. Juli 2013

Wüste

Das ganze muss man etwas poetisch lesen, damit es etwas Wirkung hat. 

Das hier ist die letzte Flasche Wein
Das letzte Theaterstück,
das ich mit eigenen Augen seh 
Das letzte Mal Wind in meinen Haarn
Das letzte Mal ihre Augen sehn,
ihre Hand in meinen Haarn 

Das letzte mal die Stimme meiner Eltern,
die Stimme die mich so sehr liebte
Das letzte Mal betrunken durch die Straßen laufen,
den Geschmack von Gras auf der Zunge...

Und ich sitze melancholisch in der Ecke und wein'
sitze melancholisch in der Ecke und wein'
trinke roten Wein.
trinke roten Wein.

Ich dachte das hier wäre der letzte Tag
doch es geht immer weiter.
immer geradlinig, eintönig geradeaus...
Ein langer langweiliger Weg durch die...



Bin jetzt erstmal zwei Wochen in Spanien mit meiner Familie :) 

Samstag, 13. Juli 2013

Blog Award

Dreamin Girl hat mir einen Blog Award, Anstupser, what ever verliehen und darüber freu ich mich wirklich sehr :)

Regeln:
1.Die Person, die dir den Blog Award verliehen hat verlinken
2. Erzähler 5 Dinge über dich
3. Beantworte die 5 Frage der Person
4. Stelle selber 5 Fragen und verleihe den Blog Award an 5 andere Blogger
5. Zurücktaggen ist nicht erlaubt ;)

Fünf Dinge über mich
1. Musik ist mein Lebensinhalt
2. Momentan könnte ich nicht ohne sie, wirklich nicht.
3. Ich liebe es Gedichte und Geschichte zu schreiben
4. Ich bin zerbrechlich
5. Ich bin selbstverliebt

Antworten:
1. Gießen. Nicht wegen der Stadt, sondern den Sachen, die ich dort erlebt habe.
2. Ich weiß nicht, ob ich daran glaube, machmal schon. Begründen? Unmöglich.
3. Ja.
4. Ich weiß es leider nicht. Wenn ich es weiß sag ich bescheid.
5. Ich will mal in der Antike leben, oder irgendwo ohne Menschen. Am besten bevor es Menschen gab, danach ist vielleicht schon zu viel kaputt um die Welt noch genießen zu können - Die Welt ist schön.

Fragen:
1. Beschreibe dich in drei Worten.
2. Schicksal oder Zufall?
3. Vermisst du jemand?
4. Würdest du ernsthaft etwas in deiner Vergangenheit ändern wollen? Eine Entscheidung von dir?
5. Was ist deine Lieblingsjahreszeit und warum?

Weitergestupst an:
Meike
Novelist

Sorry, aber, dass es nur zwei sind, geht gerade nicht anders.

Some dream she dreamed

Ich laufe langsam, bedächtig durch den schmalen Flur. Setze vorsichtig einen Fuß vor den anderen, trotzdem knarren die Holzdielen bei jedem Schritt. Das Haus kommt mir so unendlich bekannt vor, aber auch so unendlich weit weg von zu Hause. Ich vermisse zu Hause. Alles wirkt so erdrückend, die Wände scheinen sich zu bewegen, scheinen nicht dazubleiben, wo sie hingehören, immer vor und zurück, in einer fließenden Bewegung. Unecht fühlt sich alles an, als würde man träumen, zusammenhanglos, wie bin ich hier hergekommen? - Klingeln. Die Tür? Nein. Das Telefon? Ich laufe Richtung Wohnzimmer, aber nicht schneller, immernoch langsam und bedächtig, ein Schritt nach dem anderen. Das Wohnzimmer ist klein, ein alter Fernseher, eine kleine Couch und ein hölzener Tisch, viel mehr nicht. Ich hebe das Telefon auf, es klingelt immernoch, mein Finger liegt schon auf dem Knopf, aber ich drücke ihn nicht. Es hat aufgehört. Ich starre das Ding an. Adressliste. Nur Namen, die ich nicht kenne. Wer ist das? Was soll das? Ich versuche das Telefon umzustellen, wieder so, wie es sein muss, wie es sich gehört. Ich schaffe es auch. Plötzlich sind da Geräusche, als hätte jemand den Ton eingeschaltet und damit die Stille in dem leeren Haus durchbrochen. Der brummende Lärm der Motoren, wie in einer großen Stadt. Das Rauschen eines vorbeifahrenden Zuges, dann ein Flugzeug und über all dem, das Geräusch von spielenden Kindern. Kinder die Lachen, Kinder die weinen, Kinder, die schreien, reden, oder nur leise da sitzen und sich mit sich selbst beschäftigen. Ich gehe zum Fenster im Wohnzimmer und blicke hinaus. Auf einer Wiese am Lagerfeuer spielen Kinder im Dunkeln, sie rennen umher, lachen, haben Spaß, sehen so unbeschwert aus. Ich starre lange einfach nur aus dem Fenster, verfolge die Personen die dort unten sind, erkenne immer mehr von ihnen Miri und Mikklas, als er noch ganz klein war, Anni, Sveni, Meike... Ich bleibe einfach nur stehen beobachte die Szene im Mondlicht, verlier mich in ihr. Alle sehen genauso aus, wie auf dem Klassenfoto von vor war weiß ich wie vielen Jahren. - Plötzlich spür ich zwei Hände auf meinen Schultern, sie ziehen mich hart zurück. "Geh da weg! Das Darfst du nicht sehen" - Meine Mutter. Ich dreh mich vom Fenster weg, schaue auf das Telefon, das ich immer noch in meiner Hand halte. Die Adressliste ist immer noch die gleiche, falsche, nur das Datum, das ist anders: 31. Mai 2005...

Sonntag, 7. Juli 2013

The Boy and The Girl

Amelie wohnte schon immer in dem kleinen, schönen Dorf am Waldrand. Sie wohnte in einem kleinen Haus mit ihrer Großmutter, denn der Rest ihrer Familie wohnte entweder nicht mehr zu Hause, oder war schon gestorben. Ihr Vater zum Beispiel, der wohnte nicht mehr zu Hause. Ihr Vater war ein böser Mann. Zu mindestens sagte Großmutter das immer...
Amelie liebte die Bücher, aber nicht die mit den Bildern und Geschichten, nein, die Bücher, die ihr alles über Tiere erzählte, alles über die Pflanzen, über die Berge und Flüsse, Vögel und Fische. Sie war auch fleißig, sie ging jeden morgen brav zur Schule, nur Sonntags nicht, denn Sonntags ging sie mit Großmutter in die Kirche.
Sie träumte davon einmal eine große Tänzerin zu werden, Balletttänzerin. Und dafür übte sie auch recht fleißig, fasst jeden Nachtmittag ging sie Tanzen, und zu Hause wiederholte sie dann die Schritte, vor dem großen Spiegel im Wohnzimmer, während Oma da saß und zusah. Das einzige, was sie noch mehr mochte, als das Tanzen oder das Lernen, das war Tommy...

Sonntag, 30. Juni 2013

You saved me

Zu viele Gedanken. Zu viele Sorgen. Über zu viele Dinge. Dinge, die weh tun, die mich stechen, wie winzige Nadeln, wenn ich mich bewege, wenn ich mich nicht bewege. Liege im Bett. Drehe mich nach rechts. Denke. Zu viel. Mir ist warm. Will weinen. Drehe mich nach links. Unbequem. Alles. Muss zu viel denken, bin zu müde. Die Gedanken bauen einen Damm. Sie stauen sich auf. Verhindern das Schlafen. 23:10. Brauche Ablenkung, muss mich auf etwas anderes konzentrieren. Kann nicht anders. Muss! Stehe langsam auf. Greife, spüre den kalten eisernen Griff. "Klick". Scharf, glitzernd, spiegelnd, in dem schwachen, künstlichen Licht. Setze mich auf die Bettkante. Sitze auf meinem großen neuen Bett. Muss nur feste. Feste genug drücken, dann ist da Schmerz. Schmerz ist doch stärker als die Gedanken, als die Sorgen. Oder? Er kann die Gedanken vertreiben. Oder? Er macht das da keine Gedanken mehr sind. Macht das ich schlafen kann. Macht, dass es mir wieder gut geht. Weil er mich ablenkt. Oder? Nur feste drücken. favorite cloror is red - Mein Handy vibriert. Es liegt direkt vor mir.  "Ich liebe dich <33", erscheint, oben, auf dem roten Hintergrund. "Schlaf gut" - Ich überlege kurz. Lege das Messer hin. direkt vor mich. Schreibe. Lächle. "Nacht" - Ich klappe die Klinge wieder ein. Die Gedanken gehen weg. Mein Kopf ist wieder frei.

Du bist zu toll...

Dienstag, 25. Juni 2013

Arschlöcher

Amerika Austausch. Sonntag. Endlich sind sie da. War schon recht gespannt. Er ist nett, macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten. Am Abend. Hattsteinweiher. Ungefähr 20 von uns sind da. Spielen Fußball, reden, essen meinen Apfelkuchen, trinken Sekt, rauchen am See zur untergehenden Sonne. Hören Musik, die uns schon vor ihrer Ankunft beim Warten begleitet hat. - "Max, komm mit". 8 Leute kommen von unten hochgelaufen. Kurze Haare, typischer "assi-look", kommen auf uns zu, Max geht ihnen entgegen. Denke es geht wieder um was grünes. Hör einen Schlag. Dreh mich um. Max liegt am Boden. Tritte. Feige. Arschlöcher. Renne. "Hört auf!" Zittern. Außerkontrolle, alle von ihnen, wild, voller Adrenalin. Stehen vor mir. Ein Schlag. Spür den Schmerz kaum. Taub dreh ich mich weg. "Er hat's verdient, misch dich da nicht ein".
Endlich, weg. Jetzt spür ich den Schmerz. Max steht vor mir, blutend. Platzwunde, blaues Auge, Hände voller Blut. Ich umarm ihn. geh mit ihm auf Toilette, Blut abwischen. Und die anderen 19 von uns? Stehen nur da? Und gucken zu? What happend to friendship? But what could we have done? What could they have done?


Krieg diese Szene einfach nicht mehr aus meinem Kopf. 8 Leute gegen einen. Und ich hab nur einen Schlag abbekommen. Ich hätte richtig helfen müssen, hätte mehr tun können. Müssen. Krieg diese Bilder nicht mehr weg. Max' Blut. Max' Gesicht, jedes mal, wenn er mich in der Schule anguckt. Sie gehen nicht mehr weg.

Montag, 24. Juni 2013

Tunnelsong

Musik dröhnt aus den Boxen. Sitzen zu 4. auf der Rückbank. Mit hundert über die engen Landstraßen. Kurven, sie sitzt neben mir, wird noch näher an mich gedrückt. Wir küssen. Lachen. Reden, ihr Hände in meinen, unsere Gesichter ganz nah. Küssen. Stören wir die anderen? Egal. Fahren zu schnell, sind zu betrunken. Die anderen auch, wir alle. Ich stelle mich auf, strecke mich aus dem Dachfenster, der Wind reißt an meinen Haaren, an meinem Gesicht. Ich strecke meine Arme aus. Guck auf die in der Dunkelheit orange beleuchtete Straße. Schreie vor Freude. Wildes Rauschen um mich rum. Ziehe mich wieder runter ins Auto, wieder neben ihr. Halten langsam wieder an. steigen aus, laufe etwas unsicher, schwankend zurück.

-live is worth more than you think

Donnerstag, 20. Juni 2013

Schmetterlinge

Es sind die kleinen Dinge
die unser Leben erfreun

Wenn Schmetterlinge 
die Samen der Blumen vertreun

Wenn kleine Kinder im Bett liegen
und von Luftballons träum

Wenn wir uns stechen an sich 
rankenden Rosen auf Bäum

Wenn wir uns versprechen 
heute Nacht voneinander zu...

...wir träumen

Donnerstag, 13. Juni 2013

Gedanken

Gedanken, sie prallen, knallen gegen
mich, krallen sich an mich
körper beebt, wenn ich denke
darf den Gedanken keinen Gedanke
schenken, keinen Moment an sie verschwenden,
doch ich schaff es nicht
Der süße Schmerz, die verlockende Hilfe, um
kurz zu vergessen
doch eigentlich nur der
nächste Schritt
ins
nichts

und ich kann nicht mehr, sitze
am Fenster, kurz vorm weinen, alles beebt
Ödipus - Regina Spektor
draußen Sturm
Die Töne dringen in mein Ohr, doch treffen
mich nicht
äußere Reitze prallen ab, will weg
will spring, will sing, wo mich keiner
hört, weg von

ALLEM

KANN-

NICHT MEHR!

Montag, 10. Juni 2013

Druck

Wir haben schon wieder 9 Uhr Hab heute nichts geschafft. Schule. Mathe lernen. Nicht viel bei rumgekommen. Kindergruppe. Fahrrad abholen. Zu Hause. Essen. Nachrichten. Nach neun, Donnerstag schreib ich Mathe. Mittwoch 6 stündige Cambridge Prüfung, hat 250€ gekostet. Muss ich bestehen. Nächste Woche Auftritt, Schulkonzert. Muss noch 4 Lieder lernen. Geschichts Hausaufgaben, Leistungskurs. Chemie, Bio, Physik. Kann schon wieder nicht zu Impro, morgen. Fühl mich schlecht. Freunde, lassen mir keine Zeit, setzen mich unter Druck. Deutsch - schriftlich 8 Punkte. Schlecht. Angst vor Cambridge, Angst vor dem Konzert. Angst vor Anforderungen von so vielen Leute um mich rum. Angst zu verlieren. Angst vor mir. Vor meinen Gedanken. Angst vor Theater, Angst, Angst, Angst, Angst, Angst
Angst Angst. Davor, dass es jemand rausfindet. Angst
Angst vor Geheimnissen. Angst
Angst. Angst 
Angst.
 

Sonntag, 9. Juni 2013

Mauer

Und die Mauer reißt ein.
reißt ein Schnitt.
dann zwei.
drei.

Schrei!

Du...

danke. Du. Hilfst
ich lese, schreibe, denke.
immer wieder
doch die Mauer bröckelt
wird wieder schlimmer
soll nicht schlimmer werden 
Im mag, liebe, genieße. Doch so viel.
Wieso? Wieso wegschmeißen?
versteh das nicht, versteh mich nicht
versteh so viel nicht.
freu mich. freu mich - auf so viel-
nicht. Hasse mich so oft, so oft nicht.
Kämpfe gegen mich,
Gegen meine Gedanken
ich      will
n i c h t
mehr 
!

Gewitter

Blitze schießen von Himmel
Regentropfen hageln auf die Hausdächer
Alles. Dunkel. Grau. Nass.
und Donner erfüllt die Luft.

Kurz, grell weiß erhellt
Die Bäume biegen sich im Wind
Kind. Angst. Tränen. Mama.
und Donner erfüllt die Luft.

Am Fenster sitzend, Fenster offen
Rauschen des Windes, Rauchen der Blätter
Wind. Regen. Blitze. Kirchenglocken.
und Donner erfüllt die Luft.

...

Ich liebe Gewitter

Donnerstag, 6. Juni 2013

Träume

Wer bin ich?

Wem gehört dieses Buch? - Wäre eine gute Frage, die man sich stellen könnte, wenn man anfängt durch die vielen Seiten zu blättern. - Das Buch gehört mir - wäre eine gute Antwort, die die Frage treffend beantworten würde.
Aber wer bin ich? Oder aus deiner Lage vielleicht besser die Frage "wer bist du?" - Ich bin 
die Person, die dieses "Buch" schreibt,
die Person, die die Träume träumt,
die Person, die gerade am Fenster sitzt, die Vögel zwitschern hört, die Wärme der Sonne genießt,
die Person, die seit...


Hab mir heute in der Mittagspause ein Buch gekauft. Ich will anfangen meine Träume aufzuschreiben, festzuhalten... Vielleicht hilft es mir ja.


Hab gestern Abend beschlossen erst mal aufzuhören mit dem Kiffen, hab das Gefühl, dass es mir langsam nicht mehr hilft, sondern viel noch schlimmer macht. 

Montag, 3. Juni 2013

Nadeln




Es ist wieder schlimmer geworden. Kriege diese Gedanken nicht mehr aus meinem Kopf. Wach im Bett liegen, drüber nachdenken, was geht am schnellsten? Tabletten?
Deutscharbeit, 5./ 6. Stunde über Franz Wedekinds „Frühlings Erwachen“. Die Szene auf dem Friedhof, Melchiors Gedanken. Ich lese den Satz auf meinem Blatt wieder und wieder, meine Augen bleiben immer wieder hängen, kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, versuche an was anderes zu denken, mein Blick schweift ab ins Nichts. Ich frag den Lehrer, ob ich auf Toilette gehen kann, spritz mir Wasser ins Gesicht, schaff es irgendwie die Arbeit zu Ende zu schreiben und abzugeben.

Mittagspause. Mensa. „Hey, du wolltest mir noch erzählen, was vorhin war.“ Ihre Stimme, die ganze Zeit neben mir, kann sie kaum richtig wahrnehmen. – „Jetzt nicht, ich kann gerade nicht drüber…“ Alles fängt an sich zu drehen, Tränen steigen mir in die Augen, der Gedanke bohrt sich wieder wie Nadeln in mich rein. Ich stell mein Tablett auf den Tisch, lasse meinen Rucksack auf den Boden fallen, meine Jacke daneben, fange an zu weinen, vergesse alles um mich rum, laufe wie betäubt in Richtung Ausgang, die Hände vor meinem Gesicht, irgendwas vor mir her murmelnd… Draußen, blauer Himmel, warme Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der große Baum in der Mitte blüht so schön grün, das warme Graß streichelt über meine Füße. Alles dreht sich wieder, spüre, wie meine Beine anfangen nachzugeben, kann mich gerade noch so ins Graß legen. Liege. Weine. Träume. Denke. Kreise. Ihre Hand tastet langsam nach meinem Puls, streichelt mir über die Arme. Flüstert Entschuldigungen, legt sich neben mich, drück mich, fängt an mir alles zu beschreiben was schön ist, wofür es sich lohnt, ich Atme tief ein und wieder aus… langsam… besser.