Ich öffne die Tür, betrete den
Raum. Mich umgibt ein eigentümlicher Geruch. Sofort stechen mir die mit rotem
Kunstleder überspannten Sofas ins Auge, mir gefällt, wie das weiße Licht sich
in ihnen spiegelt. Dumpf schallen leise meine Schritte auf dem dunkel blauen
Teppichboden, gemustert mit kleinen, beinah lilafarbenen Dreiecken, alles ganz
gerade, ordentlich, als versuche jemand diese Ordnung schon bald gezwungen
beizubehalten. Ich betrachte das große Bild zu meiner Linken, direkt neben der
Tür durch die ich reingekommen. Das Ölgemälde zeigt einen nackten hockenden
Mann, der uns den Rücken zugekehrt hat. Er ist muskulös. Betrachtet man die
Farben scheint es als schaue man durch eine Wärmebildkamera. Allgemein besitzt das Zimmer mit dem
eigentümlichen Geruch einen starken Rotstich. Rot mit weiß, Naturholzfarbe und
dieser blau-lila Kombination des Teppichs. Sogar die kleinen Räder der
Holzspielzeuge unter dem Bild des nackten Mannes spiegeln das Farbbild des
Raumes wieder.
Ich sagte mir gefiel die Matte
weiß-Spiegelung des Lichtes auf dem Sofa, ihre Quelle jedoch, das grelle Licht
der in der rechten Ecke stehenden Lampe wirkt zu weiß, löst die Illusion und
offenbart den Raum in dem ich mich befinde: Stadtring 103b Dr. med. Schmidt.
Fortsetzung folgt.
Sehr aufmerksame, gut geschilderte Beobachtung!
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