Freitag, 23. Januar 2015

Ein Besuch



Ich öffne die Tür, betrete den Raum. Mich umgibt ein eigentümlicher Geruch. Sofort stechen mir die mit rotem Kunstleder überspannten Sofas  ins  Auge, mir gefällt, wie das weiße Licht sich in ihnen spiegelt. Dumpf schallen leise meine Schritte auf dem dunkel blauen Teppichboden, gemustert mit kleinen, beinah lilafarbenen Dreiecken, alles ganz gerade, ordentlich, als versuche jemand diese Ordnung schon bald gezwungen beizubehalten. Ich betrachte das große Bild zu meiner Linken, direkt neben der Tür durch die ich reingekommen. Das Ölgemälde zeigt einen nackten hockenden Mann, der uns den Rücken zugekehrt hat. Er ist muskulös. Betrachtet man die Farben scheint es als schaue man durch eine Wärmebildkamera.  Allgemein besitzt das Zimmer mit dem eigentümlichen Geruch einen starken Rotstich. Rot mit weiß, Naturholzfarbe und dieser blau-lila Kombination des Teppichs. Sogar die kleinen Räder der Holzspielzeuge unter dem Bild des nackten Mannes spiegeln das Farbbild des Raumes wieder.
Ich sagte mir gefiel die Matte weiß-Spiegelung des Lichtes auf dem Sofa, ihre Quelle jedoch, das grelle Licht der in der rechten Ecke stehenden Lampe wirkt zu weiß, löst die Illusion und offenbart den Raum in dem ich mich befinde: Stadtring 103b Dr. med. Schmidt.
Fortsetzung folgt.

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