Sonntag, 18. Januar 2015

Die Raumstation




Ich steige aus der Bahn. Zuerst umgibt mich Kälte. Während ich die vielen kleinen Treppenstufen hinauf steige, suchen meine Augen den Platz nach ihm ab. Ein paar Menschen warten Zigarette rauchend auf ihren Zug dahin, wo ich hergekommen – ins Hinterland. Ich lächle (mitleidig?). Dann winkt er mir zu, Nils. Ich freue mich, haben uns schon viel zu lange nicht gesehen. Wir umarmen uns. Kuss? Kein Kuss. Also laufen wir los, Richtung „Raumstation“. Mittlerweile ist mir schon wieder ganz warm. Wir öffnen die Tür. Mo sitzt in der hinteren Ecke am Tisch auf einem Sofa. Eine Mischung aus Swing und Elektro Musik durchdringt mich und drückt mir ein Lächeln aufs Gesicht, ein ganz echtes. Wir begrüßen Mo – der coolste Mensch überhaupt. Es braucht eine Weile, bis ich merke, dass die abwechselnd zwischen ihren Fingern und Lippen wechselnde Zigarette keine Zigarette ist. Wir setzen uns, trinken Rotwein – ich hab vergessen, mein Ibu800 zu nehmen, wobei ich glaube, dass sich die Wirkung der ersten Tablette am Morgen trotzdem, mit der des Alkohols vermischt hat -  rauchen, dann eine Zigarette und mit ihr auf die Tanzfläche: TANZEN! Vollkommenes gehenlassen deines Körpers, nur noch zum Takt der wie es scheint besten Musik auf Erden. Bewegungen der Freiheit zum Laufbass der Catina Band and it don’t mean a thing if it ain’t got that swing. Kuss? Kuss!
So tanzt sich der Abend zur Nacht und die Nacht zum Tag. Am Ende schlafen im Himmelbett. Die Kerze wird ausgepustet. Alles still. Bis auf die warme Stimme des Herr der Ringe Hörbuch Erzählers.

2 Kommentare:

  1. Wunderschön!

    Danke für deine Neujahrsgrüße, ich gebe sie - wenn auch verspätet - gerne zurück!

    AntwortenLöschen
  2. oh gott ist das romantisch und schön!

    AntwortenLöschen