Mittwoch, 24. Dezember 2014

Small Drama Nr. 5



1. Akt, 5. Auftritt

Er sitzt allein auf einer Bank. Rovo erscheint.
Rovo:    Hi.
Er:          Hallo Rovo.
Rovo:    Du siehst betrübt aus, ich seh‘s in deinen Augen.
Er:          Betrübt ist ein Wort für alte
                Männer ohne Lebenslust.
                Meine jugendliche Flamme
                Ist nur vorübergehend verloschen
                Ein Windstoß hat sie halb erstickt
                Der nächste wird sie neu entfachen.
Rovo: setzt sich zu ihm. Ich mag nicht, dass du so schaust. Gerne würde ich dir alle Streichhölzer der
                Welt schenken, würde es helfen.
           Rovo legt eine Hand auf seine Schulte.
                Willst du nicht reden?
Er: Zuckt nur mit den Schultern. Hmm.
Rovo: Fährt ihm mit der Hand durch die Haare.
                Komm schon.
Er:          Ach. Immer zu seh ich sie nur
                Voll Sehnsucht aus dem Fenster schauen.
                Dieser Blick, der galt mal mir.
                Jetzt gilt er fast nur noch blühenden Wiesen
                Goldenen Wäldern und singenden Vögeln
                Sie will raus aus diesem kleinen alten
                Dorf und flieh von dieser spröden
                Alten traurigen Gesellschaft,
                Sich lösen von bestimmenden Norm‘.
                Ach für sie bin ich doch sicher nur
                Ein Teil von dem was sie eigentlich
                Schon lange überwinden wollte.
Rovo:    Wieso denkst du denn sowas? Sie hätte allen Grund dich nicht überwinden zu wollen. Du bist
                der einzigste hier im Dorf, der von mehr versteht, als nur Arbeiten und Faulenzen. Der was
                vom Menschen versteht. Ich jedenfalls fühl mich wohl in deiner Nähe.
Er: Schaut ihn an. Lächelt. Sag, Rovo wie geht es dir?
                Wohnst du immer noch mit deiner Mutter
                Im Hause, da am Rand vom Dorf?
Rovo:    Ja
           Pause.
Er:          Das war schön, dass du das gesagt hast eben.
Rovo:    Was? Dass ich mich wohl fühle bei dir?
Er: Lacht. Ich fühl mich auch wohl bei dir.
          Sie schauen sich an.
Er:          Ich denk mir immer aus, ich habe ein Geschäft – und das wirft so viel Geld ab, dass ich Leben
                Kann –
Rovo:    Und was noch?
Er:          Sonst nichts, das ist doch viel.
           Sie kommen sich näher.
          Küssen sich, vorsichtig. Zurückhaltend.

1 Kommentar:

  1. Wieso ich immer so tolle Kommentare schreibe?
    - weil du einfach so unglaublich schön schreibst! Jeder deiner Texte verzaubert mich.
    Immer, wenn ich sehe, dass du einen Text geschrieben hast, bin ich überglücklich.
    Ich kann ihn aber dann nicht sofort lesen. Ich muss immer erst warten bis ich es mir erlaube. Es ist wie eine Belohnung. Schaffe ich viel an einem Tag, darf ich einen Text von dir lesen. Nein nicht lesen - eher verschlingen. Ich lese ihn einmal. Dann denke ich nach und lese ihn nochmal. Danach lasse ich ihn auf mich einwirken.
    Wegen all' dem, muss ich dir jedes Mal etwas unter deine Texte schreiben.

    (ich habe leider keine Ahnung, wann ich wieder schreiben werde. Es muss erst wieder etwas geschehen - etwas worüber ich nachdenken muss. Oder wenn ich wieder etwas mit K mache, vielleicht dann)

    Liebste Grüße:)

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