Es war
einmal ein großer Baum. Er war sehr alt, der älteste von allen in seinem Wald.
Wie er da auf der Lichtung stand und seine prachtvollen Blätter das goldene
Sonnenlicht tief-grün brachen, war er so unglaublich schön anzusehen.
Im Frühling
brachen aus den Knospen der vielen tausend Zweige die unglaublichsten Blätter
in allen erdenklichen grün Tönen hervor, die sich über den Sommer hinweg in
rot-gelbe Schönheiten verwandeln sollten, bis der Winterfrost sie zu Boden
wirft und sie nach den vielen kalten Nächten wieder erneut sprießen. Die Vögel
sangen ihre Lieder über diesen Baum. Über jedes einzelne Blatt gab es eine
Geschichte. Jeder andere Baum, jedes Tier im Wald, jede noch so kleine Pflanze
kannte die Lieder und Erzählungen.
Auch diesen
Frühling brachen aus jeder Knospe die schönsten Blätter hervor und zu jedem
Blatt flog ein Vogel und verbreitete die Geschichte und jedes einzelne wurde im
ganzen Wald bekannt, als eines der Blätter des großen, alten, weisen Baumes.
Nur eins, ein etwas zu klein geratenes, an der Spitze der Baumkrone hängendes
Blatt wurde von keinem Vogel besucht, seine Geschichte wurde nicht verbreitet, stattdessen blieb
es allein und klein… Die anderen Blätter lachten, wollten nichts mehr mit ihm zu
tun haben, grenzten es aus, ließen es allein sein. Doch es war nicht des
Blattes Schuld, es ist niemals deine Schuld.
An einer
besonders stürmischen und regnerischen schwarzen Sommernacht peitschte der
schwarze Wind heftig gegen die Äste des Baumes, riss die Zweige hin und her,
Blitze tobten am Himmel, immer stürmischer, immer fester riss der Wind an dem
Baum, bis die ersten großen Blätter davon flogen und die nächsten, hinfort
durch die schwarze Nacht, bis schließlich am nächsten Morgen nur noch das
kleinste, das traurige, von allen ausgeschlossene Blatt einsam in der leichten
Brise hin und her wehte. Die anderen Zweige fingen an so verbittert um ihre
Blätter zu weinen, geknickt und kraftlos.
Doch dann
tat sich mit einem mal ein kleines Loch in den Wolken auf und als die
Sonnenstrahlen auf das einsame Blatt trafen, wuchs es und färbte sich so schön
und golden, wie noch nie ein anderes zuvor. Schon bald flogen und sangen die
Vögel um es herum und vor Glück und noch nie gespürter Liebe durchströmte mehr
und mehr Kraft das Blatt, bis die Energie sich durch den ganzen Baum
ausbreitete, in die Spitze jedes noch so kleinen Zweiges, wo sogleich neue Knospen
und aus ihnen neue golden-grüne Blätter sprossen, glücklich, froh und dankbar.
Von da an
sangen die Vögel die Geschichte von nicht einem, sondern dem Blatt des großen Baumes.
--- ENDE ---
eine sehr motivierende Geschichte!
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