Sonntag, 1. Oktober 2017

Die Uhr - III


Schließlich beschloss ich etwas zu unternehmen, und fuhr mittags, als die Kinder noch im Kindergarten und mein Mann noch auf der Arbeit war los, um meine Mutter zu besuchen. Sie war dieses Jahr 72 geworden und ich fing an mir um sie sorgen zu machen und sie schneller zu vermissen. Vor allem brauchte ich aber Ablenkung und ein Besuch bei meiner Mutter würde sicher gut tun.
Ich fuhr ungeduldig auf die Autobahn und hielt an der ersten Tankstelle, um mir Zigaretten zu kaufen. Eigentlich rauchte ich nicht. Nachdem ich im Raststättenrestaurant noch einen Wein getrunken hatte, ging ich zurück an mein Auto und fuhr los. Kurz vor der Auffahrt zurück auf die Autofahrt stand ein Mann mit ausgestrecktem Daumen. Obwohl er viel älter war, schien es mir als stünde dort wieder der Junge von vergangener Woche. Ich hielt an, bat ihn herein und mein Herz fing erneut an zu rasen. Mir kam es vor als duftete er genauso wie Fabian und ich suchte aufgeregt nach Ähnlichkeiten zwischen den beiden. Wir fuhren eine Weile schweigsam nebeneinander im Auto sitzend auf der Autobahn und doch durchströmte mich wieder dieses Gefühl einer besonderen Fröhlichkeit, Freiheit und das Rebellische, dass Fabian und Carla an sich hatte schien sich unter meine Haut zu schleichen. „Du siehst hübsch aus.“, sprach er mich plötzlich von der Seite an. Dieses direkte Kompliment überraschte mich, aber ich setzte seinen etwas rauen, beinah ekelhaft anmachenden Tonfall sofort mit Fabians ruhiger, leicht ironischer Stimme gleich und so schlug mein Herz nur noch ein Stückchen schneller. Er legte seine linke Hand auf meinen Oberschenkel und strich langsam über meine Jeans. Für mich war es aber nicht dieser nach Schweiß riechender Mann, sondern Fabian, der mich berührte, und als seine Hand zwischen meinen Beinen war, stöhnte ich kurz und leise an Fabians lebendig funkelnde Augen denkend auf. Er küsste mir den Hals, biss mir kräftig, dass es ein bisschen wehtat, in meine glatte, weiße Haut und bat mich an die Seite zu fahren. Ich lenkte schnell zur Seite, hielt an, schaute in seine Wahnsinnigen Augen, in denen ich aber nichts als Fabian und das Gefühl diese ewig sich falsch drehende Uhr anzuhalten sah und küsste ihn feste auf den Mund. Er nahm meine Hand, führte sie in seine Hose und an seinen Schwanz. Wir küssten uns heftig, er zog mir unsanft mein Oberteil aus, seine Hände umfassten meine Brüste, öffnete meine Hose, zogen mich zu ihm herüber. Bald war ich nackt, saß schwitzend auf seinem Schoß und war benebelt in meine Phantasie von Fabian verloren, während er kam. Seine Hände wanderten langsam an meinen Hals, er Schrie vor Lust und mir wurde langsam schwindelig, als seine Hände langsam fester zudrückten. Vor mir malte sich das Bild eines Lebens, dass ich hätte gelebt haben können ab. Ein Leben ohne bürgerlicher Kälte, ein warmes rebellisches Leben, das versuchte die Zeiger dieser Uhr mit den Händen gegen die Richtung der endlos vielen Zahnräder zu drücken. Doch mein Körper lag leblos auf dem Asphalt der Autobahn, während er mit dem Auto weiterfuhr.

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