Dienstag, 2. August 2016

Epilog



Kitzelnde Sonnenstrahlen lagen auf den Blüten und Gräsern und auf Friis und Julés, als sie eng zusammengekuschelt neben dem im Sonnenlicht schimmernden Marmorbrunnen aufwachten. Blinzelnd richteten sie sich auf und sahen sich um. Und was sie sahen, kann ich euch nun nicht mehr mit Worten beschreiben; so konnte ich für die Schönheit des Gartens, wie Julés ihn vorher gesehen oder der Waldlichtung, mit der alles anfing, die schönsten Wörter und Beschreibungen euch vorlegen und ihr euch dazu Bilder denken, oder wenn eure Fantasie – wie so oft bei Kindern, die schönsten Spiele mit euch treibt - sogar die Farben direkt vor euren Augen sehen, oder vielleicht die Gerüche der Blumen oder des Waldes riechen, als währet ihr Kopf über in die Geschichte hereingefallen. Doch alle Worte, die ich kenne, alle Metaphern und Vergleiche, die mir einfallen, würden nicht ausreichen um das Paradies zu beschreiben, wie es aussah, als Friis und Julés aufwachten. Floré hatte, wie er die beiden neben der Hecken liegen sah, sie zu dem Brunnen gebracht, sie versorgt und war am nächsten Morgen, als beide noch schliefen, davon überzeugt seit dem Tod Sysé’s zum ersten Mal das Richtige getan zu haben, aus den Bogenbaum heraus und von dem Garten fort gegangen, um ihm für immer den Rücken zu kehren. Und als die beiden noch in tiefsten Träumen versunken und mit Florés Aufbrechen alleine in dem Paradies lagen, wuchs inmitten des Marmorbrunnens erneut eine blaue Rose, wie sie nirgendwo in der Welt zu finden war.
Friis und Julés standen blinzelnd und versucht all die Schönheit mit einem Mal in sich zu verschlingen auf und liefen bald Händchen haltend und staunend sich gegenseitig ihre Geschichten erzählend durch das Paradies und ihr neues Zuhause. Während am Horizont schon die ersten Menschen schlängelnden Pfaden entlang ihren Weg  zu dem Garten beschritten, ganz vorne Friis Großeltern und Julés Vater zusammen mit Wanderern, Familien, Kindern, Verliebten, Traurigen, Hungrigen, Armen und Reichen, blieben Friis und Julés vor dem Brunnen stehen, Friis schaute auf die blaue Rose und freute sich, hier zu sein mit Julés - Julés schaute in den Himmel einem Falken hinterher, der gerade über die Rosenhecken des Paradieses in Richtung Freiheit flog und eine Träne kullerte Julés Wange herunter.

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