Montag, 2. November 2015

Wenn auch nur für einige wenige Augenblicke


Ich liege bei dir, wie in einem Bett aus gefallenen, welk aber gold gewordenen Herbstblättern, so ruhig. Neben zwei starken, breitästigen Eichen liege ich so sicher mit der Gewissheit endlich angekommen, wie in einem Grab und auf verwelktem Laub. Menschen sprechen von der Ruh, schläfst du endlich im Grab; so bist du also mein Totenbett. Und wie Herbstwind mit dem Hauch eines Gefühls von Untergang oder Neubegin, kitzeln mich dann deine goldenen Haarspitzen, wenn dein Lächeln über mir hängt. Oh dieses Lächeln! Es spannt wie Jesus ans Kreuz, mich an eine Eiche, voller Willen an die Gewissheit endlich schlafen zu können. Ja bei dir geht der edelste meiner Wünsche in Erfüllung: tot sein zu können – wenn auch nur für einige wenige Augenblicke. Und ich ergötze mich an dem Neid derer, die nur Leben können und ekel mich um so mehr vor denen, die nichts als Leben wollen. Ja bei dir liege ich, wie in einem Bett aus gefallenem, welk aber gold gewordenen Herbstblättern, so ruhig – endlich im Grab. Wenn auch nur für einige wenige Augenblicke.

1 Kommentar: