Sonntag, 1. November 2015

An einer Wiese_Text

Hier nochmal nur der Text:

An einer Wiese

Klick klack klingen deine weißen Schuh,
wie du durch die Straßen springst
noch Kind.
So geschwind singst du dein Lied vor dir hin.
Aber wieso so geschwind?
Ach, wo willst du hin?

Nimm dich in Acht vor den großen Mächtigen,
vor dein kleinen Gierigen.
Ja, nimm dich in Acht vor so viel,
denn so viel ist dir nie gesagt worden,
wird dir nie gesagt werden.


Aber wem erzähl ich das, du bist ja noch so klein und so frei.
Bist noch so Kind und kannst noch singen.
Wurdest noch nie gestochen, bist drum nicht blind.
Kannst und wirst noch so viel riechen und schmecken –
Aber nimm dich in Acht vor den Schmierigen, die nach dir lecken,
vor den Irrenden und Schrecklichen.

Aber wem erzähl ich das, du bist ja noch so klein und so frei.
Du kannst noch an dieser Wiese sitzen
und ohne schreien dichten.
Oh, wie deine Augen blitzeln,
bist ein glitzernder Stein, so frei, so klein, so eins.

Aber wem erzähle ich das,
ich wäre ja selber gerne du - so klug!
Was erzähl ich dir da von mir?
Du solltest uns ja noch gar nicht hören.
Sei erstmal bei dir.
  
   -  An einer Wiese, als es noch recht dunkel war, Jan van Dick

 

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