Dienstag, 25. August 2015

Teil 1.3




Ich habe Kopfschmerzen. Das Pfeifen und Klirren aus meiner Vorstellung hat sich zu lauten Sirenentönen verwandelt. Ich liege auf dem kalten Steinboden umgeben von der grüner Flüssigkeit. Durch die Wände hindurch höre ich neben den Sirenen jetzt auch Schreie und Rufe, Fußgetrampel.
So wachte ich auf. Wie aus einem Traum, aus dem man sich nicht sicher ist aufwachen zu wollen. Langsam drückte ich meinen Oberkörper nach oben und stand auf, meine Kleidung und Haare jetzt nass von dem Grün. Ich zitterte. Meine Beine konnten sich kaum halten, mein Kopf unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Meinen Arm herunter, bis in die Hände und die Fingerspitzen schüttelte es mich. Die Schreie wurden lauter, überdeckten fast die durch das ganze Gebäude schallenden Sirenen. Und schleichend langsam überkam mich das Bewusstsein, wem die Schreie galten. Schleichend langsam. Schleichend langsam. Und dann, wie auf einen Schlag hörte das Zittern auf, mein Kopf fasste wieder klare Gedanken, meine Beine fanden wieder halt. Und das Wort „Flucht“ brannte sich wie ein Mal als Ziel vor meine Augen.
Durch die einzige Tür in der großen Halle schlich ich mich heraus, aber bevor sie zufiel und das bunte Licht der Gefäße verschluckte, denn in dem Gang draußen war es dunkel, schaute ich noch einmal auf das zurück, was ich so lange gesucht und jetzt würde verlassen müssen. Ich wusste nicht, was passiert war, als ich mit meinem Messer das Glas des einen Gefäßes zerbrochen hatte. Aber zu groß war meine Angst, noch einmal in solch einen Traum geschmissen zu werden, das Bild der plötzlich stumm umkippenden Frau zerriss immer noch immer wieder  meine Gedankenströme, mit der bitteren Ahnung, es könnte wahr sein, was ich gesehen hatte. Es könnte meine Schuld sein. Ich drehte unter dem ständig fortwehrenden Tönen der Sirenen und Menschenrufen mich weg, ließ die Tür zufallen und betrat den dunklen Gang.

1 Kommentar:

  1. spannend, spannend! Vor allem kann man sich alles so gut vorstellen! :-)

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