Beinah
schwarze aber definitiv lockige Haare, meine grünen Augen, groß, in dem
zerrissenen schwarzen Mantel. Wie sich trotzdem noch elegant meine eigene Figur
darin ausmalte, meine Brüste, meine Hüften… Meine Lippen wund und rot, meine
Haare tropfen nass auf meine Kleider herunter. So sah ich mein eigenes
Spiegelbild an der riesigen Glaswand in der Halle, auf die zu betreten ich
schon so lange gewartet hatte. Und darunter? Da standen sie. Endlich. Wie ein
Meer aus Abermillionen bunt-leuchtenden Lichtern. Tausend verschiedenfarbige
Flüssigkeiten abgefüllt in unzählige kleine Glasgefäße. In ihnen bewegten sich
wie Fische weiße Schlieren im Kreis zufällig
hin und her. Der bald helle, bald verhüllte Mond, warf wechselndes Licht auf
die Gefäße und ließ sie traumartig leuchten. Da standen sie. Endlich. Endlich
vor mir. Eine so unendliche Schönheit, die jedem Menschen Augen und Mund weit
aufgerissen hätte. Doch wer um die Bedeutung dieser so unscheinbaren
Schönheiten wusste, den Zwang es in die Knie. So saß ich da, kniend, vor mir
ein Meer aus Lichtern, ich Roxanne mit Augen und Mund weit aufgerissen, stumm
schreiend, vor dem, was ich so lange gesucht hatte, meine Arme über meinen Kopf
geschlagen. Stumm schreiend, vor dem, was ich so lange gesucht hatte. Ich Roxanne.
Meine Arme über meinen Kopf geschlagen, stumm schreiend, vor dem, was ich so
lange gesucht hatte, meine Arme über meinen Kopf geschlagen. Ich Roxanne. Stumm
schreiend. Vor dem was ich schon so lange gesucht hatte. Stumm schreiend, meine
Arme über meinen Kopf geschlagen. So saß ich da, ich Roxanne. Eine halbe
Ewigkeit und überwältigt und schockiert zu gleich. Mit Augen und Mund weit
aufgerissen, stumm schreiend.
So sitzend
vergingen Sekunden, bald Minuten, dann Stunden.
So sitzend
vergingen Sekunden, bald Minuten, dann Stunden.
Plötzlich,
wie aus seinem Traum herausgerissen überkommt mich Tatendrang. Ich war hier,
ich hatte sie nach so langem Suchen gefunden. Ich wusste, was er mit ihnen
machen konnte, ich wusste wozu sie gut waren, wofür er sie brauchte. Ich wusste,
ich muss sie ihm wegnehmen. Wieso hatte ich mich nicht damit beschäftig wie?
Die Frage kreiste durch meinen Kopf, wie Mücken um eine Lampe, laut summend,
vernebelnd: WAS JETZT?
Ohne weiter
zu denken nahm ich ein Messer aus meinem Gürtel und warf. In seiner Drehung
blitzte es eins, zwei Mal das Licht reflektierend bunt auf, dann traf es ein
grünes Gefäß. PENG! Das Gefäß sprang sofort auf, das Glas zersplitterte und es floss
die grüne Flüssigkeit zuerst schnell, dann immer langsamer letztendlich quälend
langsam heraus und auf mich zu. Wie versteinert folgten nur noch meine Augen dem
mir immer näherkommenden Grün, bis es nur noch weniger Zentimeter, dann Millimeter
von mir entfernt war. Und dann wurde alles schwarz.
Wie schön! Du kannst wirklich gut mit Worten spielen, Jan! :-)
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