Sonntag, 14. September 2014

Geschichte aus meinem Leben



 Sorry, dass diese Geschichte lyrisch nicht ganz so klasse ist, aber es war mir mal wieder wichtig was aus meinem Leben zu schreiben. Hab euch alle lieb <3

„Lass mich!“, presse ich fast wütend hervor und reiße mich los. Sie bleibt hinter mir zurück als ich weiter gehe, zumindest glaube ich das. Es tut weh.
Muss Nachhilfe geben. Schon wieder nur falsche Antworten. Erkläre ich ihm was – antwortet er mit dem Gegenteil. Ich weiß, dass es nicht seine Schuld ist, ich sollte geduldiger sein. Gerade kann ich nicht.
„Wie viel kriegst du von uns?“
„Zwanzig Euro“
Der blaue Schein verschwindet in meiner Tasche, die Tür fällt hinter mir ins Schloss, ich laufe wieder Richtung Schulgelände, es regnet, meine blaue Kapuze färbt sich langsam dunkel. Ich komme an dem Fenster vorbei, hinter dem ihr Sport schreibt, eure Köpfe tief über eure Blätter gebeugt, du kannst mich nicht sehen, nur deine Lehrerin lächelt mir flüchtig zu.
An dich zu denken tut gerade weh. Wieso? Wieso hab ich das gerade gemacht? Kurz vor ihrer Arbeit am ersten Freitag direkt nach den Ferien.

Ich laufe auf die Mensa zu, es ist 14:35 und regnet immer noch in Strömen. Ich muss noch kurz auf Toilette, betrete die Mensa – Warte? Haben die nicht nach ihrer Arbeit noch Mensadienst? Ich hab noch 10 Minuten, dann sind sie fertig mit schreiben, wenn ich die anderen, in der Mensa motivieren könnten, hätten wir schon alles aufgeräumt, bevor sie fertig sind. Ich will es irgendwie wieder gut machen, will ihr helfen. Nur wir müssten fertig sein, bis sie fertig sind - 10 Minuten. Will nicht, dass sie mitkriegen, dass sie mitkriegt, dass ich es war…
Ich betrete den Raum in dem gegessen wird – leere Tische und Stühle, einige gefaltete Papierschiffe auf dem Boden, zerknitterte Café Keth Tüten auf den Tischen, ich schaue auf meine Uhr, mittlerweile nur noch 6 Minuten, dann sind sie fertig und würden kommen. Ich kann ja anfangen und sobald ich den ersten kommen sehe schnell gehen.
Ich lege meinen Rucksack ab, nehme den ersten Stuhl in die Hand „ A Sphere in the heart of silence“ drückt durch meine Kopfhörer. Ich merke, dass es mir zu heiß wird, lasse meine Jacke auf meine Sachen fallen und staple die ersten zwei Stühle auf die an der Wand stehenden restlichen. Danach mache ich 6er Stapel, ziehe sie schnell über den Boden, das laute quietschen stört ja niemanden, ich bin ja allein, hör ja Musik. Werde immer schneller, meine kleinen Stapel zu den großen ziehend, stecke da dann alle aufeinander. Mein Blick wandert immer wieder durch die Fenster, prüfend, ob die ersten von euch schon die Treppe hoch kommen, es ist 14:46, wahrscheinlich habt ihr länger Zeit zum Schreiben bekommen.
Irgendwann stehen nur noch 5 Stühle um eine Tischgruppe, dann fang ich mit den Tischen an, zuerst nur einen, dann zieh ich zwei quer durch die Mensa, um sie in der hinteren Ecke zu stapeln. Werde immer schneller, renne schon fast, vor Freude, plötzlich auftretender Kraft und dem Wille es zu schaffen, immer mit dem Gedanken verbunden, fertig sein zu müssen, bevor ihr mich sehen könntet.
Ich sammele ein Stück Verpackung von einem Tisch, werfe sie von viel zu großer Entfernung in den Mülleimer – das muss jetzt treffen, denk ich mir – die zusammengedrückte zerknitterte Verpackung trifft den Rand, prallt ab und fällt mitten in die blaue Mülltüte. Ich wusste, dass ich treffe – Ich treffe sonst nie…
Als ich sehe, dass es nur noch ein paar Tische sind werde ich nochmal schneller, die letzten drei ziehe ich gleichzeitig durch die Hallte. Fertig! Ich bin fertig, es ist kurz vor drei und mich hat niemand gesehen. Freude. Ich nehme meine Sachen und laufe Richtung Bahnhof.

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