Sorry, dass diese Geschichte lyrisch nicht ganz so klasse ist, aber es war mir mal wieder wichtig was aus meinem Leben zu schreiben. Hab euch alle lieb <3
„Lass
mich!“, presse ich fast wütend hervor und reiße mich los. Sie bleibt hinter mir
zurück als ich weiter gehe, zumindest glaube ich das. Es tut weh.
Muss
Nachhilfe geben. Schon wieder nur falsche Antworten. Erkläre ich ihm was –
antwortet er mit dem Gegenteil. Ich weiß, dass es nicht seine Schuld ist, ich
sollte geduldiger sein. Gerade kann ich nicht.
„Wie viel
kriegst du von uns?“
„Zwanzig
Euro“
Der blaue
Schein verschwindet in meiner Tasche, die Tür fällt hinter mir ins Schloss, ich
laufe wieder Richtung Schulgelände, es regnet, meine blaue Kapuze färbt sich
langsam dunkel. Ich komme an dem Fenster vorbei, hinter dem ihr Sport schreibt,
eure Köpfe tief über eure Blätter gebeugt, du kannst mich nicht sehen, nur
deine Lehrerin lächelt mir flüchtig zu.
An dich zu
denken tut gerade weh. Wieso? Wieso hab ich das gerade gemacht? Kurz vor ihrer
Arbeit am ersten Freitag direkt nach den Ferien.
Ich laufe
auf die Mensa zu, es ist 14:35 und regnet immer noch in Strömen. Ich muss noch
kurz auf Toilette, betrete die Mensa – Warte? Haben die nicht nach ihrer Arbeit
noch Mensadienst? Ich hab noch 10 Minuten, dann sind sie fertig mit schreiben,
wenn ich die anderen, in der Mensa motivieren könnten, hätten wir schon alles
aufgeräumt, bevor sie fertig sind. Ich will es irgendwie wieder gut machen,
will ihr helfen. Nur wir müssten fertig sein, bis sie fertig sind - 10 Minuten.
Will nicht, dass sie mitkriegen, dass sie mitkriegt, dass ich es war…
Ich betrete
den Raum in dem gegessen wird – leere Tische und Stühle, einige gefaltete
Papierschiffe auf dem Boden, zerknitterte Café Keth Tüten auf den Tischen, ich
schaue auf meine Uhr, mittlerweile nur noch 6 Minuten, dann sind sie fertig und
würden kommen. Ich kann ja anfangen und sobald ich den ersten kommen sehe
schnell gehen.
Ich lege
meinen Rucksack ab, nehme den ersten Stuhl in die Hand „ A Sphere in the heart
of silence“ drückt durch meine Kopfhörer. Ich merke, dass es mir zu heiß wird,
lasse meine Jacke auf meine Sachen fallen und staple die ersten zwei Stühle auf
die an der Wand stehenden restlichen. Danach mache ich 6er Stapel, ziehe sie
schnell über den Boden, das laute quietschen stört ja niemanden, ich bin ja
allein, hör ja Musik. Werde immer schneller, meine kleinen Stapel zu den großen
ziehend, stecke da dann alle aufeinander. Mein Blick wandert immer wieder durch
die Fenster, prüfend, ob die ersten von euch schon die Treppe hoch kommen, es
ist 14:46, wahrscheinlich habt ihr länger Zeit zum Schreiben bekommen.
Irgendwann
stehen nur noch 5 Stühle um eine Tischgruppe, dann fang ich mit den Tischen an,
zuerst nur einen, dann zieh ich zwei quer durch die Mensa, um sie in der
hinteren Ecke zu stapeln. Werde immer schneller, renne schon fast, vor Freude,
plötzlich auftretender Kraft und dem Wille es zu schaffen, immer mit dem
Gedanken verbunden, fertig sein zu müssen, bevor ihr mich sehen könntet.
Ich sammele
ein Stück Verpackung von einem Tisch, werfe sie von viel zu großer Entfernung
in den Mülleimer – das muss jetzt treffen, denk ich mir – die zusammengedrückte
zerknitterte Verpackung trifft den Rand, prallt ab und fällt mitten in die blaue
Mülltüte. Ich wusste, dass ich treffe – Ich treffe sonst nie…
Als ich
sehe, dass es nur noch ein paar Tische sind werde ich nochmal schneller, die
letzten drei ziehe ich gleichzeitig durch die Hallte. Fertig! Ich bin fertig,
es ist kurz vor drei und mich hat niemand gesehen. Freude. Ich nehme meine
Sachen und laufe Richtung Bahnhof.
Toll! Ich konnte es mit fühlen:)
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