Mittwoch, 31. Dezember 2014

Small Drama Nr. 6

So,  das ist jetzt die letzte Szene vom ersten Akt. Nächsten Mittwoch kommt dann eine Zusammenfassung und Überarbeitung. Viel Spaß beim Lesen und einen guten Rutsch euch allen :)

1. Akt, letzte Szene

Er alleine in seinem Zimmer. Es beginnt bereits zu Dämmern. Läuft auf und ab.

Er:       Wieso? Wieso nur dieser Schritt? Weshalb das getan? War es richtig? Gerecht? In Ordnung?
            Aber wo war sie heute Mittag?
Er war halt da. Saß neben mir. War da für mich, gab mir das Gefühl etwas wert zu sein. Wo war sie? Wo warst du? Es sind nicht immer Worte, die helfen, weißt du? Nicht, wenn deine Worte mich verletzen, dieses fortwährend Verlangen fort zu gehen. Wo warst du Amelie? Wo? Wenn du doch weg willst, dann geh! Steig aus dem Rahmen deines Fensters der rot leuchtnen Sonn entgegen. Geh! Ich will dich nicht mehr.
Setzt sich in einem Stuhl. Schaut zum Fenster hinaus. Lacht.
Er:       Ich weiß es doch. Weiß es doch, dass es falsch war, nicht ihre Schuld. Trotzdem, weiß auch, dass –
Es poltert, die Tür wird aufgerissen. Lisa betritt außer Atem  den Raum
Lisa:    Schnell! Du glaubst nicht, was
            Pasiert ist eben gerad.
            Nachdem du weggegangen
            Hab ich mit ihr geredet.
            Amelie schien zerrissen,
            Wusste nicht wohin.
            Sagte, sie ginge nur
            Eben kurz was holen.
Ein paar Kräuter von
Den weiten grünen Wiesen.
Du weißt ja, wie gern
Sie Natur und Freiheit mag.
So ließ ich sie gehen.
Obwohl sie lieber hätte
Noch etwas länger in
Ihrem Bett ruh sollen.
Und Nun?
Sie ist immer noch nicht da.
Vor sieben Stunden ist
Sie los und fort gelaufen

Und immer noch nicht da?

Freitag, 26. Dezember 2014

Weckerklingeln 6:33

Der Tag beginnt. Mit Weckerklingeln 6:33. Ich stehe auf. Ziehe mir ein Top zur Schlafanzugshose an, gehe runter ins Wohnzimmer. Ich schalte den Verstärker, dann den CD-Player an, drücke "Play", es erklingen die ersten Töne von "Everyday Robot". Ich setze mich an den, im wunderbaren Kontrast zu den sonst weißen Möbeln stehenden dunkelbraunen Holztisch, schenke mir ein Glas Rotwein ein. Kalt, leicht bitter, mit ner saftigen Note. Ein roter Abdruck bleibt, wo meine Lippen den Rand berühren. Ich habe nichts zu tun, nehme mir ein Blatt, tauche meine Feder in die dunkel blaue Tinte, schreibe: "Der Tag beginnt. Mit Weckerklingeln" Mit Weckerklingeln, Rotwein und einem neuen Text. Ein Text für jede Flasche Rotwein.
"Weckerklingeln 6:33. Ich bleibe liegen" die letzte Zeile ist geschrieben. Ich beginne mit meinem Frühstück: Sojajoghurt mit Müsli. Zähneputzen, Musik hören, Rotwein, rauchen, Mittagessen, Annika, Musik, schreiben, Abendessen, feiern Rotwein, schlafen. Weckerklingeln 6:33. Musik, Rotwein, Frühstück, Rotwein, Mittagessen, Musik, Abendessen, Rotwein, schlafen. Weckerklingeln 6:33. Rotwein, Frühstück, Rotwein, Mittagessen, Abendessen, Rotwein, schlafen. Weckerklingeln 6:33. Rotwein, Rotwein, Rotwein, schlafen. Weckerklingeln 6:33. Ich bleibe liegen.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Small Drama Nr. 5



1. Akt, 5. Auftritt

Er sitzt allein auf einer Bank. Rovo erscheint.
Rovo:    Hi.
Er:          Hallo Rovo.
Rovo:    Du siehst betrübt aus, ich seh‘s in deinen Augen.
Er:          Betrübt ist ein Wort für alte
                Männer ohne Lebenslust.
                Meine jugendliche Flamme
                Ist nur vorübergehend verloschen
                Ein Windstoß hat sie halb erstickt
                Der nächste wird sie neu entfachen.
Rovo: setzt sich zu ihm. Ich mag nicht, dass du so schaust. Gerne würde ich dir alle Streichhölzer der
                Welt schenken, würde es helfen.
           Rovo legt eine Hand auf seine Schulte.
                Willst du nicht reden?
Er: Zuckt nur mit den Schultern. Hmm.
Rovo: Fährt ihm mit der Hand durch die Haare.
                Komm schon.
Er:          Ach. Immer zu seh ich sie nur
                Voll Sehnsucht aus dem Fenster schauen.
                Dieser Blick, der galt mal mir.
                Jetzt gilt er fast nur noch blühenden Wiesen
                Goldenen Wäldern und singenden Vögeln
                Sie will raus aus diesem kleinen alten
                Dorf und flieh von dieser spröden
                Alten traurigen Gesellschaft,
                Sich lösen von bestimmenden Norm‘.
                Ach für sie bin ich doch sicher nur
                Ein Teil von dem was sie eigentlich
                Schon lange überwinden wollte.
Rovo:    Wieso denkst du denn sowas? Sie hätte allen Grund dich nicht überwinden zu wollen. Du bist
                der einzigste hier im Dorf, der von mehr versteht, als nur Arbeiten und Faulenzen. Der was
                vom Menschen versteht. Ich jedenfalls fühl mich wohl in deiner Nähe.
Er: Schaut ihn an. Lächelt. Sag, Rovo wie geht es dir?
                Wohnst du immer noch mit deiner Mutter
                Im Hause, da am Rand vom Dorf?
Rovo:    Ja
           Pause.
Er:          Das war schön, dass du das gesagt hast eben.
Rovo:    Was? Dass ich mich wohl fühle bei dir?
Er: Lacht. Ich fühl mich auch wohl bei dir.
          Sie schauen sich an.
Er:          Ich denk mir immer aus, ich habe ein Geschäft – und das wirft so viel Geld ab, dass ich Leben
                Kann –
Rovo:    Und was noch?
Er:          Sonst nichts, das ist doch viel.
           Sie kommen sich näher.
          Küssen sich, vorsichtig. Zurückhaltend.

Liebesgedicht No1

Nicht, dass das hier das erste Liebesgedicht wäre, das ich auf meinen Blog gestellt hätte, aber ich tu einfach mal so und fang erst jetzt an zu zählen :P

Ach und frohe Weihnachten an euch alle


Untitled

Man spricht von hohen Bergen
Spricht von weiten Wäldern
sieben großen Wundern
Von Gärten bis zu Tempeln.
Von funkelnden Kristallen
Saphieren bläulich leuchtend
Von reißenden Flüssen
Und glasklaren Ufern

Doch all das seh ich stärker
Gespiegelt in deinen Augen
Ein Funke frischen Feuers,
Der alle Wunder belebt.

Weihnachtsgedicht No2

Weiße Weihnachten

Bäume bedeckt von weißer Watte
Die Vöglein singen Weihnachtslieder
Drinnen knistern Kaminflammen
Jetzt dauerts nicht mehr lange.

Das Kind das starrt mit großen Augen
Auf den bunt geschmückten Baum
Mit roten Kugeln, goldnen Glitzer
Und Wartet sehnlich auf das Christkind

und draußen basteln, werkeln
rennen schnell umher
die kleinen (Hainzel)männchen

ohne sie gäbs das Fest nicht mehr.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachtsgedicht No1

ein schneesturm treibt in stürm'scher nacht
wo blätter, bretter, äste fliegen
gar schnell umher im kalten wind
währ'nd blitze toben, donner kracht.

durchgefroren ganz durchnässt
die hände blau, die glieder steif
in kleiner gasse, ganz allein
zündet er sein Streichholz an.

Und aus den Häusern dringt
Der Duft von frischen Keksen
So golden warm erleuchtet
Sitzt Man und Frau mit Kind
Am Tannbaum Lieder singend.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Sei keine "halb-laute, mittel-leise Durchschnittsperson"



Heb auch du ab! Steh auf!
Sei der laut brüllende Menschenlöwe,
die leise summende Bienenkönigin
Sei ein singender Frosch, ein schlauer Esel,
ein schwimmender Vogel, ein fliegender Fisch,
denn wer den Himmel im Wasser sieht, sieht die Fische auf den Bäumen.
Hör auf zu denken, fang an zu träumen,
träum dein Leben, leb deinen Traum,
sei ein Seifenblasenkapitän
ein Luftballonregenbogen,
ein Meer aus Schmetterlingen,
Sei ein Meer aus allem, was Du bist, niemals mehr.
Sei ein Regenbogenfisch
Einer der Grenzen überschreitet,
an Land kommt, diesen Raum hier betritt, nur um aufzustehen, zu sagen „Leute, steht mit mir auf“

                Wir laufen laut springend durch Gassen
                Können nicht lassen zu fassen,
                was andere verpassen

                Sind Tänzen, die wollen
                Keine Diener, die sollen
                Wollen sollen verhauen

Und aufstehen, abheben, fortfliegen

Steh auf!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Stream of consciousness

Ich laufe eine Straße entlang. Das Geräusch der zerplatzenden Regentropfen, droht mein Trommelfell zu zerreißen. Jeder Schritt tut weh. Orange spiegelt das Laternenlicht die schwarze Nacht erleuchtend sich in den Pfützen. Wie viele Schritte hab ich heute schon gemacht? Wie viele davon waren wohl verschwendet? Das Quietschen von weitentfernten Autoreifen hallt durch die engen Gassen. Spürt man Schlaf wirklich nur beim Aufwachen? Wieder Autoreifen? Kommen sie näher? Und wie fühlt sich sterben an? Schlimmer als der Tod? Die Kälte strömt durch meine Glieder. Wasser schlägt mir ins Gesicht. Wäre der Schmerz es wert Sterben auszuprobieren, den Tod auszusprobieren? Einfach mal so. Aus Neugier sozusagen. Vielleicht kann man ja einfach wieder zurückspulen. Immer noch Wasser in meinem Gesicht. Meine Ohren schmerzen von dem lauten Regen. Es wird schon aufhören denke ich und wieder neubeginnen. Und dann direkt wieder diese Motorengeräusche. Sie kommen definitiv näher. Wieso geht das Wasser nicht aus meinem Gesicht? Ich sehe alles nur noch verschwommen, wie durch eine verregnete Autoscheibe. Aber ist verschwommen sehen nicht manchmal wie sehen und dabei alles Schlechte ignorieren? Ahh! Dieses Wasser! Jetzt sind die Autos ganz nah, bald neben mir. Ich laufe schneller, meine Hände sind kalt, das Wasser immer noch in meinem Gesicht und -
...Ich bleibe stehen. Merke, dass es regnet. Und mir der Wind ins Gesicht bläst. Der Regen wird nicht aufhören mir ins Gesicht zu fliegen. 
Ich drehe mich um, laufe weiter.
Der Regen in meinem Rücken
Es ist nicht mehr zu laut.
Die Autos bald weg.
Wassertropfen.
Trocken.
Warm.
Du?
cut 

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Der große Baum



Es war einmal ein großer Baum. Er war sehr alt, der älteste von allen in seinem Wald. Wie er da auf der Lichtung stand und seine prachtvollen Blätter das goldene Sonnenlicht tief-grün brachen, war er so unglaublich schön anzusehen.
Im Frühling brachen aus den Knospen der vielen tausend Zweige die unglaublichsten Blätter in allen erdenklichen grün Tönen hervor, die sich über den Sommer hinweg in rot-gelbe Schönheiten verwandeln sollten, bis der Winterfrost sie zu Boden wirft und sie nach den vielen kalten Nächten wieder erneut sprießen. Die Vögel sangen ihre Lieder über diesen Baum. Über jedes einzelne Blatt gab es eine Geschichte. Jeder andere Baum, jedes Tier im Wald, jede noch so kleine Pflanze kannte die Lieder und Erzählungen.
Auch diesen Frühling brachen aus jeder Knospe die schönsten Blätter hervor und zu jedem Blatt flog ein Vogel und verbreitete die Geschichte und jedes einzelne wurde im ganzen Wald bekannt, als eines der Blätter des großen, alten, weisen Baumes. Nur eins, ein etwas zu klein geratenes, an der Spitze der Baumkrone hängendes Blatt wurde von keinem Vogel besucht, seine Geschichte wurde nicht verbreitet, stattdessen blieb es allein und klein… Die anderen Blätter lachten, wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben, grenzten es aus, ließen es allein sein. Doch es war nicht des Blattes Schuld, es ist niemals deine Schuld.
An einer besonders stürmischen und regnerischen schwarzen Sommernacht peitschte der schwarze Wind heftig gegen die Äste des Baumes, riss die Zweige hin und her, Blitze tobten am Himmel, immer stürmischer, immer fester riss der Wind an dem Baum, bis die ersten großen Blätter davon flogen und die nächsten, hinfort durch die schwarze Nacht, bis schließlich am nächsten Morgen nur noch das kleinste, das traurige, von allen ausgeschlossene Blatt einsam in der leichten Brise hin und her wehte. Die anderen Zweige fingen an so verbittert um ihre Blätter zu weinen, geknickt und kraftlos.
Doch dann tat sich mit einem mal ein kleines Loch in den Wolken auf und als die Sonnenstrahlen auf das einsame Blatt trafen, wuchs es und färbte sich so schön und golden, wie noch nie ein anderes zuvor. Schon bald flogen und sangen die Vögel um es herum und vor Glück und noch nie gespürter Liebe durchströmte mehr und mehr Kraft das Blatt, bis die Energie sich durch den ganzen Baum ausbreitete, in die Spitze jedes noch so kleinen Zweiges, wo sogleich neue Knospen und aus ihnen neue golden-grüne Blätter sprossen, glücklich, froh und dankbar.
Von da an sangen die Vögel die Geschichte von nicht einem, sondern dem Blatt des großen Baumes.

--- ENDE ---