Freitag, 1. November 2013

"Verpiss dich einfach! Hau ab!". Die Lichter und der Bass von der Kerb, dringen noch zu uns herüber. Es ist dunkel, kalt. Unser Atem steigt in weißen Schwaden vor uns in die Luft.
"Ich knall dich ab! Ich knall dich ab!", Max Stimme dringt hallend an mein Ohr, sein Gesicht nass von dem Regen, seine Haare hängen ihm in die roten Augen. Er schreit, wütend, weinend. "Ich will deine Stimme nicht mehr hören! Du Arschloch! Du kleiner - ", ihm fallen keine Worte mehr ein, schreit einfach nur noch in die Nacht, hält seine Waffe auf Tom.
Ein Windstoß. Die herbstlich rot goldenen Blätter fliegen durch die Luft, an uns vorbei. Auch meine Kleidung und Haare sind schon durchnässt, kleben nass an meiner Haut. Ich stehe da, zitternd, Versuche A. hinter mich zu halten, sie zu verstecken. Vor Angst unfähig irgendetwas zu tun.
"Wieso musstest du das tun? Wieso konntest du nicht einfach nach Hause gehen? Ich kann doch nicht anders!" Seine letzten Worte, geschrienen, verdrängen kurz das Geräusch des Regens. Ohne nachzudenken mache ich einen Schritt. Nach vorne. "Lass ihn, Max, bitte. Bitte lass ihn, hör auf, bitte", ruf ich meine Stimme zittert, wie mein Körper vor Kälte und vor Angst.
"Du hast sie angefasst! Du hast sie einfach gefickt! Ich hasse dich". Seine Stimme überschlägt sich, seine Worte vor schluchzen kaum verständlich. Mich ignoriert er einfach, richtet seine Pistole weiter auf Tom und schaut ihn mit diesen hasserfüllten roten Augen an.
Mein Körper füllt sich schon wieder mit schwerer dickflüssigen Angst, hält mich fest, lässt mich nicht weiter gehen, klebt meinen Kiefer zusammen. Hinter mir höre ich A. weinen.
"Ein sonderbares Ding um die Liebe", die Worte verlassen langsam meinen Mund, ich weiß selber nicht, was ich da gerade tue, aber irgendwas muss ich ja machen.  Zum ersten Mal wenden sich diese Augen ab und blicken auf den Boden. "Da liegt man ein Jahr lang Schlafwachend zu Bette - und an einem schönen Morgen steht man auf, zieht seine Kleider an, trinkt ein Glas Wasser und fährt sich mit der Hand über die Stirn und besinnt sich"
Langsam sänkt sich sein Arm. Der Regen ist stärker geworden, die schweren tropfen platzen laut auf den Autodächern auf.
"Und besinnt sich", meine Stimme gerade laut genug um sie zu verstehen, zittrig, zerbrechlich.
Max Züge entspannen sich, sein Arm hängt zur Seite, die Waffe immer noch in seiner Hand, doch seine Finger greifen nicht mehr feste zu, ganz locker. Er weint leise.
"Es tut mir Leid", flüstert er, seine Augen starren auf den Boden, als würde er sich festhalten, beim Wegsehen, den halt verlieren. "So Leid."
Die Spannung fällt von mir, ich atme auf. "Leg einfach dieses Ding - " Zwei schnelle Bewegungen. Sein Arm hebt sich. DiePistoleDerLaufSeinKopf. Bang.


Es tut mir Leid, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe, ich bin einfach nicht wirklich dazu gekommen.
 Diese Geschichte ist erfunden, ich bin heute zum Bahnhof gelaufen und sie hat sich so in meinem Kopf abgespielt... 

3 Kommentare:

  1. Wow. Das ist wirklich gut geschrieben. Es macht mir ein bisschen Angst...

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  2. Stimmt, wirklich gut :) Aber ich mag die Geschichte total, irgnedwie... Ziemlich cool :P Bang :) ♥

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  3. Danke ihr beiden :)

    Mir macht das manchmal auch ein bisschen Angst...

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