Sonntag, 30. Juni 2013

You saved me

Zu viele Gedanken. Zu viele Sorgen. Über zu viele Dinge. Dinge, die weh tun, die mich stechen, wie winzige Nadeln, wenn ich mich bewege, wenn ich mich nicht bewege. Liege im Bett. Drehe mich nach rechts. Denke. Zu viel. Mir ist warm. Will weinen. Drehe mich nach links. Unbequem. Alles. Muss zu viel denken, bin zu müde. Die Gedanken bauen einen Damm. Sie stauen sich auf. Verhindern das Schlafen. 23:10. Brauche Ablenkung, muss mich auf etwas anderes konzentrieren. Kann nicht anders. Muss! Stehe langsam auf. Greife, spüre den kalten eisernen Griff. "Klick". Scharf, glitzernd, spiegelnd, in dem schwachen, künstlichen Licht. Setze mich auf die Bettkante. Sitze auf meinem großen neuen Bett. Muss nur feste. Feste genug drücken, dann ist da Schmerz. Schmerz ist doch stärker als die Gedanken, als die Sorgen. Oder? Er kann die Gedanken vertreiben. Oder? Er macht das da keine Gedanken mehr sind. Macht das ich schlafen kann. Macht, dass es mir wieder gut geht. Weil er mich ablenkt. Oder? Nur feste drücken. favorite cloror is red - Mein Handy vibriert. Es liegt direkt vor mir.  "Ich liebe dich <33", erscheint, oben, auf dem roten Hintergrund. "Schlaf gut" - Ich überlege kurz. Lege das Messer hin. direkt vor mich. Schreibe. Lächle. "Nacht" - Ich klappe die Klinge wieder ein. Die Gedanken gehen weg. Mein Kopf ist wieder frei.

Du bist zu toll...

Dienstag, 25. Juni 2013

Arschlöcher

Amerika Austausch. Sonntag. Endlich sind sie da. War schon recht gespannt. Er ist nett, macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten. Am Abend. Hattsteinweiher. Ungefähr 20 von uns sind da. Spielen Fußball, reden, essen meinen Apfelkuchen, trinken Sekt, rauchen am See zur untergehenden Sonne. Hören Musik, die uns schon vor ihrer Ankunft beim Warten begleitet hat. - "Max, komm mit". 8 Leute kommen von unten hochgelaufen. Kurze Haare, typischer "assi-look", kommen auf uns zu, Max geht ihnen entgegen. Denke es geht wieder um was grünes. Hör einen Schlag. Dreh mich um. Max liegt am Boden. Tritte. Feige. Arschlöcher. Renne. "Hört auf!" Zittern. Außerkontrolle, alle von ihnen, wild, voller Adrenalin. Stehen vor mir. Ein Schlag. Spür den Schmerz kaum. Taub dreh ich mich weg. "Er hat's verdient, misch dich da nicht ein".
Endlich, weg. Jetzt spür ich den Schmerz. Max steht vor mir, blutend. Platzwunde, blaues Auge, Hände voller Blut. Ich umarm ihn. geh mit ihm auf Toilette, Blut abwischen. Und die anderen 19 von uns? Stehen nur da? Und gucken zu? What happend to friendship? But what could we have done? What could they have done?


Krieg diese Szene einfach nicht mehr aus meinem Kopf. 8 Leute gegen einen. Und ich hab nur einen Schlag abbekommen. Ich hätte richtig helfen müssen, hätte mehr tun können. Müssen. Krieg diese Bilder nicht mehr weg. Max' Blut. Max' Gesicht, jedes mal, wenn er mich in der Schule anguckt. Sie gehen nicht mehr weg.

Montag, 24. Juni 2013

Tunnelsong

Musik dröhnt aus den Boxen. Sitzen zu 4. auf der Rückbank. Mit hundert über die engen Landstraßen. Kurven, sie sitzt neben mir, wird noch näher an mich gedrückt. Wir küssen. Lachen. Reden, ihr Hände in meinen, unsere Gesichter ganz nah. Küssen. Stören wir die anderen? Egal. Fahren zu schnell, sind zu betrunken. Die anderen auch, wir alle. Ich stelle mich auf, strecke mich aus dem Dachfenster, der Wind reißt an meinen Haaren, an meinem Gesicht. Ich strecke meine Arme aus. Guck auf die in der Dunkelheit orange beleuchtete Straße. Schreie vor Freude. Wildes Rauschen um mich rum. Ziehe mich wieder runter ins Auto, wieder neben ihr. Halten langsam wieder an. steigen aus, laufe etwas unsicher, schwankend zurück.

-live is worth more than you think

Donnerstag, 20. Juni 2013

Schmetterlinge

Es sind die kleinen Dinge
die unser Leben erfreun

Wenn Schmetterlinge 
die Samen der Blumen vertreun

Wenn kleine Kinder im Bett liegen
und von Luftballons träum

Wenn wir uns stechen an sich 
rankenden Rosen auf Bäum

Wenn wir uns versprechen 
heute Nacht voneinander zu...

...wir träumen

Donnerstag, 13. Juni 2013

Gedanken

Gedanken, sie prallen, knallen gegen
mich, krallen sich an mich
körper beebt, wenn ich denke
darf den Gedanken keinen Gedanke
schenken, keinen Moment an sie verschwenden,
doch ich schaff es nicht
Der süße Schmerz, die verlockende Hilfe, um
kurz zu vergessen
doch eigentlich nur der
nächste Schritt
ins
nichts

und ich kann nicht mehr, sitze
am Fenster, kurz vorm weinen, alles beebt
Ödipus - Regina Spektor
draußen Sturm
Die Töne dringen in mein Ohr, doch treffen
mich nicht
äußere Reitze prallen ab, will weg
will spring, will sing, wo mich keiner
hört, weg von

ALLEM

KANN-

NICHT MEHR!

Montag, 10. Juni 2013

Druck

Wir haben schon wieder 9 Uhr Hab heute nichts geschafft. Schule. Mathe lernen. Nicht viel bei rumgekommen. Kindergruppe. Fahrrad abholen. Zu Hause. Essen. Nachrichten. Nach neun, Donnerstag schreib ich Mathe. Mittwoch 6 stündige Cambridge Prüfung, hat 250€ gekostet. Muss ich bestehen. Nächste Woche Auftritt, Schulkonzert. Muss noch 4 Lieder lernen. Geschichts Hausaufgaben, Leistungskurs. Chemie, Bio, Physik. Kann schon wieder nicht zu Impro, morgen. Fühl mich schlecht. Freunde, lassen mir keine Zeit, setzen mich unter Druck. Deutsch - schriftlich 8 Punkte. Schlecht. Angst vor Cambridge, Angst vor dem Konzert. Angst vor Anforderungen von so vielen Leute um mich rum. Angst zu verlieren. Angst vor mir. Vor meinen Gedanken. Angst vor Theater, Angst, Angst, Angst, Angst, Angst
Angst Angst. Davor, dass es jemand rausfindet. Angst
Angst vor Geheimnissen. Angst
Angst. Angst 
Angst.
 

Sonntag, 9. Juni 2013

Mauer

Und die Mauer reißt ein.
reißt ein Schnitt.
dann zwei.
drei.

Schrei!

Du...

danke. Du. Hilfst
ich lese, schreibe, denke.
immer wieder
doch die Mauer bröckelt
wird wieder schlimmer
soll nicht schlimmer werden 
Im mag, liebe, genieße. Doch so viel.
Wieso? Wieso wegschmeißen?
versteh das nicht, versteh mich nicht
versteh so viel nicht.
freu mich. freu mich - auf so viel-
nicht. Hasse mich so oft, so oft nicht.
Kämpfe gegen mich,
Gegen meine Gedanken
ich      will
n i c h t
mehr 
!

Gewitter

Blitze schießen von Himmel
Regentropfen hageln auf die Hausdächer
Alles. Dunkel. Grau. Nass.
und Donner erfüllt die Luft.

Kurz, grell weiß erhellt
Die Bäume biegen sich im Wind
Kind. Angst. Tränen. Mama.
und Donner erfüllt die Luft.

Am Fenster sitzend, Fenster offen
Rauschen des Windes, Rauchen der Blätter
Wind. Regen. Blitze. Kirchenglocken.
und Donner erfüllt die Luft.

...

Ich liebe Gewitter

Donnerstag, 6. Juni 2013

Träume

Wer bin ich?

Wem gehört dieses Buch? - Wäre eine gute Frage, die man sich stellen könnte, wenn man anfängt durch die vielen Seiten zu blättern. - Das Buch gehört mir - wäre eine gute Antwort, die die Frage treffend beantworten würde.
Aber wer bin ich? Oder aus deiner Lage vielleicht besser die Frage "wer bist du?" - Ich bin 
die Person, die dieses "Buch" schreibt,
die Person, die die Träume träumt,
die Person, die gerade am Fenster sitzt, die Vögel zwitschern hört, die Wärme der Sonne genießt,
die Person, die seit...


Hab mir heute in der Mittagspause ein Buch gekauft. Ich will anfangen meine Träume aufzuschreiben, festzuhalten... Vielleicht hilft es mir ja.


Hab gestern Abend beschlossen erst mal aufzuhören mit dem Kiffen, hab das Gefühl, dass es mir langsam nicht mehr hilft, sondern viel noch schlimmer macht. 

Montag, 3. Juni 2013

Nadeln




Es ist wieder schlimmer geworden. Kriege diese Gedanken nicht mehr aus meinem Kopf. Wach im Bett liegen, drüber nachdenken, was geht am schnellsten? Tabletten?
Deutscharbeit, 5./ 6. Stunde über Franz Wedekinds „Frühlings Erwachen“. Die Szene auf dem Friedhof, Melchiors Gedanken. Ich lese den Satz auf meinem Blatt wieder und wieder, meine Augen bleiben immer wieder hängen, kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, versuche an was anderes zu denken, mein Blick schweift ab ins Nichts. Ich frag den Lehrer, ob ich auf Toilette gehen kann, spritz mir Wasser ins Gesicht, schaff es irgendwie die Arbeit zu Ende zu schreiben und abzugeben.

Mittagspause. Mensa. „Hey, du wolltest mir noch erzählen, was vorhin war.“ Ihre Stimme, die ganze Zeit neben mir, kann sie kaum richtig wahrnehmen. – „Jetzt nicht, ich kann gerade nicht drüber…“ Alles fängt an sich zu drehen, Tränen steigen mir in die Augen, der Gedanke bohrt sich wieder wie Nadeln in mich rein. Ich stell mein Tablett auf den Tisch, lasse meinen Rucksack auf den Boden fallen, meine Jacke daneben, fange an zu weinen, vergesse alles um mich rum, laufe wie betäubt in Richtung Ausgang, die Hände vor meinem Gesicht, irgendwas vor mir her murmelnd… Draußen, blauer Himmel, warme Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der große Baum in der Mitte blüht so schön grün, das warme Graß streichelt über meine Füße. Alles dreht sich wieder, spüre, wie meine Beine anfangen nachzugeben, kann mich gerade noch so ins Graß legen. Liege. Weine. Träume. Denke. Kreise. Ihre Hand tastet langsam nach meinem Puls, streichelt mir über die Arme. Flüstert Entschuldigungen, legt sich neben mich, drück mich, fängt an mir alles zu beschreiben was schön ist, wofür es sich lohnt, ich Atme tief ein und wieder aus… langsam… besser.