Vor
mir erstreckt sich ein Meer, tief blau, mild rauschend, wie als
hieltest du dir eine Muschel an dein Ohr. Den Horizont erstrahlt
rot-orange das Glühen der untergehenden Sonne. Das Wellenrauschen
flüstert mir leise zu, in dem tief-Blau kann ich mich verlieren und
ich sein, mich treiben lassen. In diesem Meer ist alles Schweben. Ist
alles Dunkel Licht, jede Kälte Wärme und jede Windböe ein Kuss,
der leise flüstert: ‚bleib doch noch, nur einen Moment‘.
Über
mir ziehen Wolken, sie erzählen wundervolle Geschichten von
Lagerfeuerflammen, von Schneeballschlachten, von leeren Straßen und
zwei Hände-haltenden Silhouetten. Geschichten von bunten Lichtern -
lauter Musik, von Alkohol, von Kuscheln unter Bettdecken auf Kissen-
und Matratzenlagern, von Wäldern, vom Wandern, vom Reden, vom
Schweben, vom Lieben und Gehen. Diese Wolken sind Freiheit, ziehen
bald wiederkommend hinfort, wie es ihnen beliebt. Und ihre
Regentropfen sind Tränen, die ich weg-küsse, damit sie wieder
abheben können und dahinter die Sonne lacht.
Ich
laufe durch dicht-grünen Laubwald, den ganz zu durchqueren ich mich
noch nicht getraut habe, ob der vielen
Geheimnisse die er birgt. Doch unter seinen Ästen und
Baumblätterkronen bin ich zu Hause und geborgen. Liebe den Geruch
der wenigen Tannen in inmitten großer Eichen, den Geruch der
Waldgräser, den Regengeruch, den Mensch nur im Wald riechen kann.
Ich liebe diesen Wald, das Bekannte, das Unbekannte, die Rätsel und
das Sonnenstrahlenkitzeln durch wehende Baumwipfel.
Vor
mir liegt eine Wiese, voll gelber Sonnenblumen, doch sie sehen mich
nicht. Sie starren in die große Sonne; ihre Mutter, ihre Familie,
ihre Freunde und es stört mich nicht. Ich sitze in einem Baum und
verliere mich in ihrer Schön- und Freiheit, in ihrer Lust, in ihrer
Unlust. Beobachte sie mit einer lachenden, langsam meine Wangen
herunterrollenden Träne, bis die Sonne untergeht und ich zum
bläulichen Mondscheinlicht von meinem Baum heruntersteige und mit
gestreckten Armen in das Feld der Sonnenblumen laufe, um mich
letztlich glücklich hinzulegen, während ich lächelnd meine Augen
schließe.
Du
Meer, Wolke, Wald, Sonnenblumenfeld.
Fortsetzung
folgt.
Das ist wunderschön! Mehr als das.
AntwortenLöschenIch glaube das ist das schönste Liebesgeständnis, das ich je gelesen hab'. Hoffentlich liebt dich die angesprochene Person genau so zurück!
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