Montag, 9. Februar 2015

Quecksilber



Das ist schon schwierig manchmal. Alles zu sehen. Den Bahnhof, die Menschen, die Stromleitungen, den Mann in der blauen Winterjacke, der nur gerade so noch als Punkt wahrzunehmen ist. Anstrengen, ermüden wiegt das alles so schwer. Im Zug sitzen, die Geschwindigkeit gegen deine Brust drückend. Du hörst „nächster Halt…“ und weißt genau, wo du hin must. Auch, wenn du manchmal wünschtest, du wüsstest es nicht und könntest dich treiben lassen. Wohin? Egal! Dann würde die Geschwindigkeit nicht mehr so fruchtbar drücken. Und es wäre nicht mehr alles so schwierig und anstrengend, wie Blei oder Quecksilber.

Flügel



Große Bäume, moosbewachsen
pflastern mein Nachhauseweg.
Goldnen Blätter lichtdurchflutet
kleiden zart den Hafensteg
Und tiefes Wasser wiegt ganz leise
Zur rot verglühenden Abendsonne.
Wartend steht das Segelboot,
wartend um mich fortzubringen
Doch wie die Vögel ach so fein,
Ihre schönen Lieder singen,
würd ich fast lieber bleiben,
ein Mann mit kleinen Flügeln bleiben.