Montag, 21. Dezember 2015

Du bist.


Vor mir erstreckt sich ein Meer, tief blau, mild rauschend, wie als hieltest du dir eine Muschel an dein Ohr. Den Horizont erstrahlt rot-orange das Glühen der untergehenden Sonne. Das Wellenrauschen flüstert mir leise zu, in dem tief-Blau kann ich mich verlieren und ich sein, mich treiben lassen. In diesem Meer ist alles Schweben. Ist alles Dunkel Licht, jede Kälte Wärme und jede Windböe ein Kuss, der leise flüstert: ‚bleib doch noch, nur einen Moment‘.
Über mir ziehen Wolken, sie erzählen wundervolle Geschichten von Lagerfeuerflammen, von Schneeballschlachten, von leeren Straßen und zwei Hände-haltenden Silhouetten. Geschichten von bunten Lichtern - lauter Musik, von Alkohol, von Kuscheln unter Bettdecken auf Kissen- und Matratzenlagern, von Wäldern, vom Wandern, vom Reden, vom Schweben, vom Lieben und Gehen. Diese Wolken sind Freiheit, ziehen bald wiederkommend hinfort, wie es ihnen beliebt. Und ihre Regentropfen sind Tränen, die ich weg-küsse, damit sie wieder abheben können und dahinter die Sonne lacht.
Ich laufe durch dicht-grünen Laubwald, den ganz zu durchqueren ich mich noch nicht getraut habe, ob der vielen Geheimnisse die er birgt. Doch unter seinen Ästen und Baumblätterkronen bin ich zu Hause und geborgen. Liebe den Geruch der wenigen Tannen in inmitten großer Eichen, den Geruch der Waldgräser, den Regengeruch, den Mensch nur im Wald riechen kann. Ich liebe diesen Wald, das Bekannte, das Unbekannte, die Rätsel und das Sonnenstrahlenkitzeln durch wehende Baumwipfel.
Vor mir liegt eine Wiese, voll gelber Sonnenblumen, doch sie sehen mich nicht. Sie starren in die große Sonne; ihre Mutter, ihre Familie, ihre Freunde und es stört mich nicht. Ich sitze in einem Baum und verliere mich in ihrer Schön- und Freiheit, in ihrer Lust, in ihrer Unlust. Beobachte sie mit einer lachenden, langsam meine Wangen herunterrollenden Träne, bis die Sonne untergeht und ich zum bläulichen Mondscheinlicht von meinem Baum heruntersteige und mit gestreckten Armen in das Feld der Sonnenblumen laufe, um mich letztlich glücklich hinzulegen, während ich lächelnd meine Augen schließe.

Du Meer, Wolke, Wald, Sonnenblumenfeld.


Fortsetzung folgt.

Samstag, 19. Dezember 2015

Tee und Rauch, Tee und Rauchen



Spazierend durch die Straßen wandern
und einsam und klein und hadern.
Umspült von schwarzen Punkten,
dreh ich (so fremd hier) meine Runden.

Dann alleine wieder;
Tee und Rauch, Tee und Rauchen!

Viel Gerede und noch mehr Schweigen.
Wenig zuhören für zu viel Zeigen.
Zu viele Wörter um noch zu bedeuten.
Doch ich will niemals mehr bereuen.

Dann alleine wieder;
Tee und Rauch, Tee und Rauchen!

Auf Hochhausdächern Fliegen fangen,
so ist jeder Schmerz doch nur Verlangen.
Will springen, was hilft das Fliegen (noch)?
Der Traurige Mensch bleibt liegen.

Dann alleine wieder;
Tee und Rauch, Tee und Rauchen

Eine Zeile will ich euch noch singen:
Traut euch über euren Kopf zu springen,
Tragisch und mit Schmerz, den Tag zu leben.
Geld nicht, sondern Herz dem Meer zu geben

Dann alleine wieder.

Freitag, 4. Dezember 2015

Wahrheit und Natur


Hey, heute nur ein Spruch von mir.
Ich hoffe er gefällt euch, oder ihr könnt/ wollt was dazu sagen.


 
An den drei Bildern habe ich keinerlei Rechte, die Bilder sind aus:  
https://www.bing.com/?scope=images&FORM=Z9LH1

Text, und Zusammenschnitt von mir.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Wahrheitssager und Weise

Wenn Wahrheitssager und Weise reden von Tugend.
Wenn Geschwollene und Wollende-Gefangene
Lungen und Augen aufplusternd
ihre Pöbel-Gedanken predigen
noch bei Mondscheinlicht –
Stunde des „Ich“-seins
und reden vom „wir“,
dann reden sie: Frei sein.
Doch meinen:
Sich fesseln!
Ihre Wörter:
Eisenketten!
So hört sie doch reden.
So hört sie doch denken.
Aber saht ihr sie ein Mal fühlen?
Aber saht ihr sie ein Mal sehen?
Aber saht ihr sie ein Mal hören?
Pah! Wahrheitssager!
Pah! Weise!
Ich heiße euch Menschen
Sie uns Zahnräder und Getriebe
Ich heiße euer Haus Höhlen und Wälder
Sie heißen es Gefängnis
Ist denn noch Individuum in den ewigen Massen?
Ist denn noch Entscheiden in dem ewigen gleich tun?
Ist denn noch Freiheit in ewiger Gier?
Ist denn noch Liebe in der nächsten Liebe?

Mittwoch, 18. November 2015

Nachtluft Frankfurts



Kino. Schöner Abend. Wir Schlendern lachend aus dem großen Saal und durch die hohen Glastüren und betreten den belebten Platz am Eschenheimer Tor. Reden, Schweigen, Lachen im angenehmen Wechsel, hatte beinah vergessen, wie es sich anfühlt mit neuen Menschen zu spazieren – schön fühlt es sich an, mit diesem Kitzeln und Prickeln. Die Ziffern zeigen 0:10; wir gehen langsam die so weiter man sich vom Kino entfernt immer leerer werdende Straße entlang in Richtung S- und U-Bahn Haltestelle „Hauptwache“. Hier ist es wieder lebendiger – der Weg eine schöne Mischung aus Schuh-Klick-Klack durch leere Straßen und Menschengewühle gleich Hummellauten, laut und leise, leer und lebendig. Ein Polizeiauto parkt in der Nähe des Eingangs, Menschen rennen zu ihrem Zug, andere rauchen gemütlich eine letzte Zigarette. Unten riecht es nach Gras, ich schmunzle.
„Hier ist das Betreten nicht erwünscht!“ – spricht steif ein Beamter.
„Aber wieso nicht?“
„Polizeieinsatz. Treten sie zurück.“
„Aber meine Bahn…?“
„Welche?!“
„Nach Friedrichsdorf, die letzte vor sieben Uhr morgens.“
„Sie wollen hier gar nicht runter.“
Auch andere versuchen sich an den Beamten vorbei zu argumentieren. Wir drehen um, ich begleite sie noch zur glücklicherweise später fahrenden Bahn nach Friedberg zur Konstablerwache und stehe dann alleine um 0:42 in der Nachtluft Frankfurts. Die ersten Lichter schon lange aus.


da es ganz gut passt, hier noch unser zweiter Song,
freut mich, wenn ihr mal reinhört.



Diesmal ist der Text vom Lied übrigens von mir... :)

Donnerstag, 12. November 2015

Illusions

Hey, wir haben unser erstes Lied/ Video veröffentlich. Würd mich freuen, wenn ihrs euch mal anhört :)


Bin übrigens der Bassist, und nicht der Sänger, der heißt nämlich auch Jan :D

Dienstag, 10. November 2015

Von Wahrheit und Gerechtigkeit



Ich war auf der Suche nach Wahrheit und habe nichts gefunden. Bin sogar den weiten und von Engeln begleiteten Weg zu Gott gegangen, nur um zu erfahren, dass Gott tot und seine Engel bloß Trugbilder sind. Also stand ich in einer leeren in Überfluss getränkten Halle. Aber was hätte auch Gott mir von Wahrheit erzählen können? Ist es denn wirklich gerettet sein, wenn man gerettet wurde – von Gott und seinen Predigern? Und auch die Prediger sind also nicht gerettet, sondern betrogen und jetzt für immer verloren in dem Wein der Kirche. So steht dieser Wein gleichsam für die größte Lüge! – wen soll Blut trinken genesen? – Das ist meine kleine Wahrheit.

Und auch war ich auf der Suche nach Gerechtigkeit. Und auch Gerechtigkeit konnte ich nicht finden und noch weniger erfahren. So ging ich den Weg durch die großen Tore des Staates, mit meiner Freunde Gelächter im Rücken – bloß kümmerte es mich nicht. Doch die Tore durchschreitend fand ich den Staat als Kirche und seine Politik als Gift und Religion – gehorchend machen. Auch das selbe Kreuz hing stolz und stolz getragen über seinem Haupt. Und auch hier war  Gott tot. Und im Ende behielt ich doch Recht: Gerechtigkeit ist Strafe und Strafe nichts als Rache. Dies zu beweisen ist mir der Mühe nicht wert, so der Beweis doch in allen Büchern des Staates gepredigt wird – so ist Gerechtigkeit Rache! – Das ist meine kleine Wahrheit.

Montag, 2. November 2015

Wenn auch nur für einige wenige Augenblicke


Ich liege bei dir, wie in einem Bett aus gefallenen, welk aber gold gewordenen Herbstblättern, so ruhig. Neben zwei starken, breitästigen Eichen liege ich so sicher mit der Gewissheit endlich angekommen, wie in einem Grab und auf verwelktem Laub. Menschen sprechen von der Ruh, schläfst du endlich im Grab; so bist du also mein Totenbett. Und wie Herbstwind mit dem Hauch eines Gefühls von Untergang oder Neubegin, kitzeln mich dann deine goldenen Haarspitzen, wenn dein Lächeln über mir hängt. Oh dieses Lächeln! Es spannt wie Jesus ans Kreuz, mich an eine Eiche, voller Willen an die Gewissheit endlich schlafen zu können. Ja bei dir geht der edelste meiner Wünsche in Erfüllung: tot sein zu können – wenn auch nur für einige wenige Augenblicke. Und ich ergötze mich an dem Neid derer, die nur Leben können und ekel mich um so mehr vor denen, die nichts als Leben wollen. Ja bei dir liege ich, wie in einem Bett aus gefallenem, welk aber gold gewordenen Herbstblättern, so ruhig – endlich im Grab. Wenn auch nur für einige wenige Augenblicke.

Sonntag, 1. November 2015

An einer Wiese_Text

Hier nochmal nur der Text:

An einer Wiese

Klick klack klingen deine weißen Schuh,
wie du durch die Straßen springst
noch Kind.
So geschwind singst du dein Lied vor dir hin.
Aber wieso so geschwind?
Ach, wo willst du hin?

Nimm dich in Acht vor den großen Mächtigen,
vor dein kleinen Gierigen.
Ja, nimm dich in Acht vor so viel,
denn so viel ist dir nie gesagt worden,
wird dir nie gesagt werden.


Aber wem erzähl ich das, du bist ja noch so klein und so frei.
Bist noch so Kind und kannst noch singen.
Wurdest noch nie gestochen, bist drum nicht blind.
Kannst und wirst noch so viel riechen und schmecken –
Aber nimm dich in Acht vor den Schmierigen, die nach dir lecken,
vor den Irrenden und Schrecklichen.

Aber wem erzähl ich das, du bist ja noch so klein und so frei.
Du kannst noch an dieser Wiese sitzen
und ohne schreien dichten.
Oh, wie deine Augen blitzeln,
bist ein glitzernder Stein, so frei, so klein, so eins.

Aber wem erzähle ich das,
ich wäre ja selber gerne du - so klug!
Was erzähl ich dir da von mir?
Du solltest uns ja noch gar nicht hören.
Sei erstmal bei dir.
  
   -  An einer Wiese, als es noch recht dunkel war, Jan van Dick

 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

An einer Wiese








Neues Video, diesmal aber nur Text, ich hoffe es gefällt :)

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Wie Herbstblätter

Wie welk gewordne Herbstblätter
rieseln wir bei Mondscheinlicht
noch einmal gold und kräftig leuchtend
langsam fallnd der Erde zu.

Fast einsam liegen wir zu zweit,
Sommersonn zum Herbst verwandelt,
bis bald die weiße Decke uns
zum Schlafen weich mit Samt zudeckt.

Eingefroren gehn wir endlich,
wie Eis so kalt dem Ende zu.
Und ich spür endlich Ruh,
endlich Ruh.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Die ersten drei Akte einer fünfaktigen Tragödie




1.            „in vielen kleinen Fragen liegt
                die Antwort dieser großen Welt
                und nur wer all die Fragen sieht,
                der hat am End die Hälft‘ gestellt

2.            du optimistische Kultur
                kannst ewig nach den Fragen suchen
                von theoretischer Statur
                erkenne – du wirst ewig suchen

3.            oh trau dich doch auch einmal tragisch
                hinweg dich in die Welt zu sehnen
                ich bitte schon zu lang jetzt endlich
                oh Menschen sollt ihr magisch streben“

4.            retardierendes moment



5.            katastrophe 




- 26. September