Mittwoch, 29. Oktober 2014

1. Akt, 3. Auftritt

So, weil der Post so kurz ist und die Szene eher n Übergangsszene, werde ich versuchen am Wochenende schon die nächste hochzuladen. Viel Spaß beim lesen ;)


Er öffnet unter Quietschen die alte Holztür, tritt hinaus auf das von flackernden Ölflammenlicht orang beleuchtete Kopfsteinpflaster, als die scharfe Luft ihn kalt umgibt. Ein paar Schritte geht er noch. Die schnell in seinem Kopf, kreisenden Worte bringen ihm zum stehen. Seine Gedanken, wie Monologe, hallen rasend ihm durch den Kopf. Er setzt sich, beobachtet das zwischen den Steinen grün hervorwachsende warme Moos. Die matte Spiegelung des Straßenlichts glänzt in dem Winkel seiner blauen Augen. Und alles scheint, völlig ohne Grund so mühsam, so sinnlos. So sitzt er alleine,am Dorfrand, voller Sehnsucht in die Ferne starrend mit seinen Gedanken bei ihr...

Sonntag, 26. Oktober 2014

Emotionsmosaik der Zitate

Ich bin zur zurückgekehrt
Es ist meines Vaters alter Hof
...und ein sonderbares Ding um die Liebe
Ich frag mich "Sein oder nicht Sein"
Aber wir können nicht alle Meister
sein.
Musst du sein, wie du bist?
Heißen, wie du heißt?
Doch eigentlich ist mir schon jetzt alles zu eng.
Und es wird noch heißer,
Fühl mich weggedrängt.
In mein Zimmer - ALLEIN!
Am Ende lieg ich aufgewacht in meinem Bett,
Find mich verwandelt als Käfer.
Aber ich liebe dich,
Doch sogar Adolf sagte schon:
"Feldmaus zu Feldmaus"
Also Käfer zu Käfer oder wie?
Wie dann ich zu dir?
Soll ich Grenzen überschreiten?
Bei einer Erziehung, die nur einen Stein nach dem anderen in die Mauer der Abschottung setzt?
So maybe we don't need no education.
So ein Leben unter Käfern:
Du fragst sie: "Was ist Moral?"
Ihre Antwort: " Moral ist, wenn man moralisch ist"
Sie verstehen nicht, was ich meine,
Meine Worte, deep getaucht in purple
Sind gerade nur Shakespeare, Schiller, Büchner
Doch du verstehst, was ich meine,
Wovon wir reden, wenn wir sagen
In Papillons Gestalt
Flattere ich auch den letzten Zügen
Bin so Glücklich, wie ich war.
Also hier stehe ich und kann nicht anders
Schau mir in die Augen Kleines
Und über allen Wipfeln ist Ruh,
In den Gipfeln spürst du,
Kaum einen Hauch
Und so lebte er hin.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Small Drama Nr2



1. Akt, 2. Auftritt
Er betritt das Zimmer

ER:          Was? Was ist das, was ich hört?
                Geht’s dir gut, bist du wohl?
                Hast du wieder deine Gedanken?
                Wieso nur stehst du sonst am Fenster?
                Was nur zieht dich fort, was zehrt
                So stark an deinem Geiste? Jetzt
                Sprich, ich bin und halte dich.
                Reich ich dir nicht? ich bin für dich,
                Auch wenn die Sonne untergeht
                Der Wind laut die Natur durchweht
                Der Wald dann schwarz und dunkel steht.
                Hier ist’s heimisch, hier ist’s sicher.
                Schau nur in meine Augen
                Wie ihr blau warm dich umarmt,
                schützt vor Wilden Geistermächten.
                Pause. Schaut traurig zu Boden.
                Dir ist nicht heimisch, ist nicht sicher
                Was gucktest du sonst so dem goldnen
                Horizont so voll verlangen
                Entgegen?
AMELIE: Schmeiß fort der Seele trüber Zweifel.
                Küsst ihn.
                Weißt du nicht um die Sprache meiner
                Lippen, wenn sie zärtlich küssen?
                Vergiss sie nicht, ich liebe dich.
ER:          Ich weiß doch um die Rosen die
                Du jeden Tag aufs neue schenkst
                Sie schlagen bloß nur keine Wurzeln.
                Jeder Wind der bläst sie fort
                Hoch in Himmel, weit hinauf,
                wo meine Arme sie zu greifen
                nicht reichen, Zweifel weilen fort.
                Doch ich eil jetzt fort, ich soll
    Längst schon an der Kirche sein,
    Meine Mutter ruft.
AMELIE:                                               Dann mach
                Es gut, du weißt, ich bleib. Die Kirch,
                Du weißt, ich mag sie nicht. Und bitte
                Vertraue mir. Die Blüte braucht
                Auch Wasser und das Sonnenlicht
                In Erde zu vergraben, reicht
                Oft nicht.
Er geht ab.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

small Drama Nr1



1. Akt, 1. Auftritt
Amelie steht alleine am Fenster. Schaut begierig hinaus.

AMELIE. Oh! Süße Sonnenstrahlen wie
                Ihr zärtlich sanft und golden meine
                Wangen streichelt. Eure wärme
                Sanft an meinem Leibe zieht.
                Wie gerne möcht ich mich sofort
                Euch, nur euch, nur euch ergeben
                Des Himmels roten Wolle-Schiffe
                Aus meinem Rahmen heraus besteigen
                Über weite Wälder Meere
                Über sie nur weit hinweg
                Wie über kalte, raue See
                Dem rot leuchtnen Ball entgegen.
                Wieso nur zerrt ihr mich hinaus?
                Wieso nur so stark ihr erweckt
                Mein Verlang, wo kommt es her?
                Golden scheint euer Versprechen
                Rot färbend hinter den
                Wehnden  Wipfeln still liegt dort
                Unbetreten, auf mich wartend
                Offen stehndend stolz das Tor.
                „Du musst es nur schnell durchschreitend,
                Musst nur einen Schritt noch tun
                Dich trennen, lös nur noch das Seil!“
                Schreit es mir so laut entgegen.
                Wie kann ich nur, lass doch ab
                Hände zittern, die Hand wird bleich
                Wend dich jetzt für immer ab,
                Dreh dich um, dreh mich um,
                Der Wald, den ich nur von oben,
                Aus meinem Fenster seh
                Schreit noch laut „komm!“ zu mir.
    -          Getrampel! Schließ jetzt schnell den Laden,
    Sterne, Sonne, Wald und Wind
    Ich sprech euch wieder, wenn ich wieder
    Ungestört alleine bin.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Teil 3 einer kleinen Geschichte



Gerade rechtzeitig noch den endlos lang scheinenden Bürgersteig, den Weg zur Arbeit betretend - hinter ihm schlug der peitschende Zug des laut rasenden Autos Georg seinen Schal ins Gesicht - wünschte, fragte er sich, wieso er nicht manchmal ein paar Sekunden später nur die Straße verlassen könnte? Dann könne das Auto ihn treffen, seinen stählernen käfig durchbrechen, der ihm manchmal so nah zu kommen schien, ihm so eng vorkam, dass dir grauen Stäbe, wie Augenbinden ihn erblindeten, es ihm unmöglich machten durch die Gitterstäbe hindurch den Schlüssel zu sehen, nach ihm zu greifen, um sich selbst zu befreien. Doch er erreichte den Bürgersteig (rechtzeitig). Lang, grau, eintönig ging der Weg einfach geradeaus, sich anfühlend, wie von einer Schnecke gezogen voran. Als müsste man ihr Zugseil einfach durchschneiden, um sich wieder schnell und frei zu bewegen, nur am Griff in die Tasche, um das Messer zu zücken,schien es zu scheitern. So lief er die Straße entlang, immer weiter, ohne Hoffnung, ohne Zeit, vor ihm thronten die endlos hohen Mauern seines Arbeitsplatzes, grau und kalt, eintönig, ohne ein einziges Graffiti, keine Farbe, alles schwarz und weiß. Und als sich die hohen Tore öffneten erstreckten sich soweit das Auge reicht, kleine, scheibenförmige, einst bunte Steine bis an den Horizont, die ersten Reihen waren ganz und gar dunkel. Georg durchschritt diese, nahm den ersten Stein, einer neuen Reihe und drehte die ehemalig farbige, für ihn nur noch aus Graustufen bestehende Seite um – die andere zeigte Schwarz. Und so arbeitete er weiter, drehte einen Stein nach dem anderen um, mühsam, langsam, ohne Hoffnung und ohne Zeit, bis die Sonne rot unterzugehen begann, dann kehrte er um, nach Hause, zu seiner Hausschnecke, seiner Wohnung im zehnten Stock, kam am nächsten Tag wieder, drehte Steine, einen nach dem anderen um… und so lebte er hin.