Der sanft laute Bass meiner Musik übertönt das nächtliche Rauschen der vorbeifahrenden Autos auf ihrem Weg nach Hause. Nach Hause. Ich laufe die steinernen Treppenstufen abwärts, während mit jedem meiner Schritte es laut durch den Tunnel hallt. Müdigkeit gemischt mit schwerer, sicherer Angst drückt feste sich auf meine Brust. der orangene Schein einer Straßenlaterne wirft meinen langen schmalen Schatten vor mich auf den kalten Boden. "Hinfallen", "Umkippen", denke ich mir, fast schon zum Weiterlaufen zu erschöpft - Doch keiner würde mich sehen! Sie liefen alle an mir vorbei! Dann würde ich hier liegen bleiben auf dem kalten Boden. Kalter Boden.
Ich laufe weiter, die nächste Treppe wieder hinauf ins freie. In 6 Minuten fährt mein Zug. Ich stelle mich ganz nah den eisernen Gleisen, geradlinig führen sie ins Dunkle, ich versuche ihnen noch länger zu folgen, als es geht... Immer geradeaus? Biegen sie ab? Oder enden sie einfach? - Fallen, enden, im richtigen Moment - schießt mir durch den Kopf. Ich schaue weiter den Gleisen nach. Das Lied wechselt, in der kurzen Stille höre ich die Nacht, wie sie sich um mich legt, ganz langsam aber bestimmend. Ich starre noch weiter auf die Schienen, hinter mir fährt der Zug ein. Ich drehe mich langsam.
ich drehe mich langsam um, laufe auf die Tür zu. Sie öffnet sich. Ein Mann steigt aus, ich ein. Setze mich einer jungen Frau gegenüber. Fahre nach Hause.
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Du bist auch jetzt noch eingeladen, die Fragen zu beantworten, weil mich deine Antworten immer noch interessieren :)
AntwortenLöschenoh du schreibst so schön! Ich bin so neidisch!♥
AntwortenLöschenDankeschön ;)
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