Sonntag, 18. August 2013

Draußen in der Nacht

Ich sitze auf dem Kunstrasen. Über mir die Sterne, der Mond, einzelne Wolken, die angestrahlt die schönsten Bilder ergeben. Ich sitze auf dem Kunstrasen, meine Beine überkreuzt, starre nach vorne, die Musik aus M.s Handy dringt an mein Ohr, meine Gedanken driften ab. A. und M. rollen über den Boden, lachen, halten sich an den Händen. Ihre Stimmen sind so unendlich weit weg. Ich sitze auf dem Kunstrasen, meine Beine überkreuzt, starre nach vorne, meine Gedanken schweifen ab. Sie verlieren sich in diesem Geflecht, in diesem dunklen Geflecht, ich versuche nicht rauszukommen, dringe immer weiter ein, was gibt es da?
M. zieht mich hoch, sie beginnen mich zu drehen, strecke meine Arme aus, dreh mich schneller. "Kopf nach oben", A.s wundervolle Stimme. Ich gucke in die Sterne, dreh mich noch schneller, immer, immer schneller, spüre, wie sich alles nach Außen zieht. "Let it go"  "lass los"  "lass alles fallen"  "flieg weg" will ich schreien, doch mein Mund bleibt geschlossen. Kein Ton, kein Wort, kein Laut. Ich laufe wieder gerade. A. stellt sich vor mich, guckt mir in die Augen, ich gucke an ihr vorbei. "Ist wirklich alles okay?", fragt sie. "Ich weiß nicht.", jetzt gucke ich auf den Boden. Sie tritt näher an mich ran, ich gucke ihr in die Augen, wie sehr ich diese Augen liebe, wie sehr ich dieses Gesicht liebe, so nah vor mir, wie sehr ich diese Person liebe, so dicht bei mir. Ich küsse sie auf die Stirn, schließen meine Augen, schiebe ihre Haare zur Seite, küsse sie auf den Hals, dann langsam, vorsichtig, ruhig auf den Mund. "Deine Lippen sind so warm" - ihre leise Stimme, wie sehr ich diese Stimme liebe. Ich küsse sie nochmal, ohne Druck, ganz leicht.
"so warm"
.

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