Samstag, 27. Juli 2013

Sternenhimmel

Ich werd mit Händen und Füßen getreten
Jedenfalls fühlt es sich so an
Wenn ich die Straße lang laufe
Alle starren mich an
Sie sind mir zu nah.
Treten mir mit jedem wort zu nah 
Lassen mich nicht allein
Kann nicht allein sein mit dir.
die ganze Zeit umgeben von Menschen
Fühl mich trotzdem allein
Wahrscheinlich weil ich nicht denken kann
Sitz aus Trotz hier,
wir und der rauch in meinem Mund
Bin verwundet
Ein verwundeter Soldat
Der Rauch trübt meine Sicht
Für das schöne. Das Gedicht über Rosen
Schmetterlinge und luftballons
Doch der Himmel über mir.
Die Sterne hier stehen auch über dir
Das schwache funkeln stärkt mich
Ich werd müde, denke an dich
Schlafe nicht. Müdigkeit überkommt mich.
Trete ein in die Welt der Träume.
Der Freude.
Am nächsten morgen ist da bestimmt wieder Freude...
...oder?

Dienstag, 23. Juli 2013

Sonnenaufgang (3)

Sie setzt sich neben mich. Wir. Fangen an zu reden. Über dir Vergangenheit, über unsere Vergangenheit, über Silvester 2011, über uns als Kinder, über jetzt...
Wir folgen. Den anderen. Die Lichter, das Klatschen, die Musik des spanischen Marktes, all das umgibt mich, ich weiß nicht mehr ganz, was ich tue, mein Handeln wird so unüberlegt, unkontrolliert. Clara setzt sich der Frau gegenüber, auf einen kleinen schwarzen Plastikhocker. Die Frau fängt an mit ihrem Pinsel die ersten schwarzen Linien auf Claras rechte Hand zu malen. Die Frau schiebt einen zweiten Hocker neben Clara. Bittet mich, mich zu setzen. Denkt sie, ich sei Claras Freund? Ich setze mich. Wunderschön ranken sich die schwarzen Blumen, Punkte, Striche von ihrem Handrücken, bis in die Fingerspitze ihres Zeigefingers. Die Frau kann das gut denke ich mir, sie ist vielleicht Mitte dreißig, sieht etwas alternativ aus, mit ihren Klamotten und langen braunen Haaren. "Wir gehen, ihr kommt dann nach, okay?" - Lukas Stimme an meinem Ohr. Er und Johannes laufen an uns vorbei, zurück Richtung Strand. Ich beginne auf französisch mit der Frau zu reden, obwohl sie mir immer wieder sagt, dass sie kein Französisch spricht, aber das ist mir in dem Moment nicht wichtig... Als die Frau fertig ist, nimmt sie sich zehn Euro aus Claras Portmonee, wir bedanken uns und gehen zurück Richtung Strand, Stille, Meer. Wir unterhalten uns. Viel. Über Alles. Über Ben. Annika. Meer. Urlaub. Schneiden. Traurigkeit. Uns. Freude. Leben. Sterne. Die Anderen. Vergangenheit. Zukunft. Wir laufen nach Hause. Seite an Seite. Wie früher. Hinter uns der Mond, das Meer, Sand und irgendwo die Sonne, bereit am nächsten Tag wieder aufzugehen.

Montag, 22. Juli 2013

Sonnenuntergang 2

Wir laufen zusammen an den weiten goldenen Strand. Warten darauf, dass mein Vater kommt. Um Lennart abzuholen, um uns alleine zu lassen, um uns mit dem Alkohol alleine zu lassen. Er kommt, läuft langsam die Treppe hinunter, neben ihm Ulli, dahinter der Rest der Eltern. Clara erschrickt, warum kommen sie alle? Sie versucht sich torkelnd betrunken vor ihrer Mutter zu verstecken. "Riech ich nach Alkohol?" - Sie haucht mich an. "Nein", antworte ich und gehe mit ihr weg von den Eltern. Irgendwann folgen uns auch die anderen. Die Eltern sind weg. Wir sind alleine. Ich ziehe den Korken der zweiten Flasche, verschütte den wertvollen Alkohol über meine neue Hose. "True or dare?", fragt Lukas irgendwann. Kurz später rennen wir alle in Unterwäsche über den fast leeren Strand. Es ist bestimmt schon nach 11. Wir rennen umher. Ich habe das Gefühl, dass die anderen genauso betrunken sind, wie Clara und ich. Ich falle in den Sand, bleibe liegen. Einfach liegen bleiben, den anderen zuhören. Irgendwann ziehen wir uns wieder an, gehen Richtung Menschen, Richtung Musik und Lichter. Ich lege mich noch einmal hin, auf das letzte Stück kaltem Sand, vor dem harten Pflaster. Clara bleibt zurück, die anderen gehen vor. "Nicht zu mir legen" - ich habe Angst vor der Wirkung des Alkohols. Fortsetzung folgt.

Sonntag, 21. Juli 2013

Sonnenuntergang 1

Die andere gehen schon mal vor. Richtung Sonne, Richtung Strand. Wir bleiben stehen. Hier sind zu viele Menschen, alles ist zu vollgepackt, zu hektisch. Wir suchen uns die zwei billigsten Flaschen Wein aus. Bezahlen. Gehen. Den anderen hinterher. Es ist schön sich kurz zu zweit zu unterhalten. Sie versteht mich. Jedenfalls mehr als die anderen. Sie ist mehr wie ich. - "Kiffst du eigentlich noch?" "Ja", antworte ich. Wir kennen uns seitdem wir 6 sind, haben uns länger nicht mehr gesehen, weil ich mittlerweile wieder in Deutschland wohne, es wirkt sonderbar jetzt über so Dinge zu reden.
Es geht leicht bergab, der Sonne, dem Meer, dem Horizont entgegen. Wir trinken abwechselnd in kleinen Schlücken von dem weißen, bitteren Wein. Wirklich gut schmeckt er uns nicht... "Jan, wir sind hier!" - Die Stimme meines kleinen Bruders. Wir erschrecken. Die anderen warten auf uns, auf einem Spielplatz, der wie ein nach gemachtes Fitnessstudio aussieht, aus grünen metallischen übungsgeräten. Wir stellen schnell die Wein Flaschen hinter einen Baum - "wir holen die dann später ab".
Lennart guckt mich immer so komisch an, wenn ich mit Clara zu zweit bin, wie als wollte er sagen "Wieso läuft sie neben dir und nicht Annika?" - klar läuft Annika nicht neben mir! Weil sie nicht da ist! Sie soll aber da sein! Sie soll nicht 1613 km und 200 m entfernt sein! Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 17. Juli 2013

Wüste

Das ganze muss man etwas poetisch lesen, damit es etwas Wirkung hat. 

Das hier ist die letzte Flasche Wein
Das letzte Theaterstück,
das ich mit eigenen Augen seh 
Das letzte Mal Wind in meinen Haarn
Das letzte Mal ihre Augen sehn,
ihre Hand in meinen Haarn 

Das letzte mal die Stimme meiner Eltern,
die Stimme die mich so sehr liebte
Das letzte Mal betrunken durch die Straßen laufen,
den Geschmack von Gras auf der Zunge...

Und ich sitze melancholisch in der Ecke und wein'
sitze melancholisch in der Ecke und wein'
trinke roten Wein.
trinke roten Wein.

Ich dachte das hier wäre der letzte Tag
doch es geht immer weiter.
immer geradlinig, eintönig geradeaus...
Ein langer langweiliger Weg durch die...



Bin jetzt erstmal zwei Wochen in Spanien mit meiner Familie :) 

Samstag, 13. Juli 2013

Blog Award

Dreamin Girl hat mir einen Blog Award, Anstupser, what ever verliehen und darüber freu ich mich wirklich sehr :)

Regeln:
1.Die Person, die dir den Blog Award verliehen hat verlinken
2. Erzähler 5 Dinge über dich
3. Beantworte die 5 Frage der Person
4. Stelle selber 5 Fragen und verleihe den Blog Award an 5 andere Blogger
5. Zurücktaggen ist nicht erlaubt ;)

Fünf Dinge über mich
1. Musik ist mein Lebensinhalt
2. Momentan könnte ich nicht ohne sie, wirklich nicht.
3. Ich liebe es Gedichte und Geschichte zu schreiben
4. Ich bin zerbrechlich
5. Ich bin selbstverliebt

Antworten:
1. Gießen. Nicht wegen der Stadt, sondern den Sachen, die ich dort erlebt habe.
2. Ich weiß nicht, ob ich daran glaube, machmal schon. Begründen? Unmöglich.
3. Ja.
4. Ich weiß es leider nicht. Wenn ich es weiß sag ich bescheid.
5. Ich will mal in der Antike leben, oder irgendwo ohne Menschen. Am besten bevor es Menschen gab, danach ist vielleicht schon zu viel kaputt um die Welt noch genießen zu können - Die Welt ist schön.

Fragen:
1. Beschreibe dich in drei Worten.
2. Schicksal oder Zufall?
3. Vermisst du jemand?
4. Würdest du ernsthaft etwas in deiner Vergangenheit ändern wollen? Eine Entscheidung von dir?
5. Was ist deine Lieblingsjahreszeit und warum?

Weitergestupst an:
Meike
Novelist

Sorry, aber, dass es nur zwei sind, geht gerade nicht anders.

Some dream she dreamed

Ich laufe langsam, bedächtig durch den schmalen Flur. Setze vorsichtig einen Fuß vor den anderen, trotzdem knarren die Holzdielen bei jedem Schritt. Das Haus kommt mir so unendlich bekannt vor, aber auch so unendlich weit weg von zu Hause. Ich vermisse zu Hause. Alles wirkt so erdrückend, die Wände scheinen sich zu bewegen, scheinen nicht dazubleiben, wo sie hingehören, immer vor und zurück, in einer fließenden Bewegung. Unecht fühlt sich alles an, als würde man träumen, zusammenhanglos, wie bin ich hier hergekommen? - Klingeln. Die Tür? Nein. Das Telefon? Ich laufe Richtung Wohnzimmer, aber nicht schneller, immernoch langsam und bedächtig, ein Schritt nach dem anderen. Das Wohnzimmer ist klein, ein alter Fernseher, eine kleine Couch und ein hölzener Tisch, viel mehr nicht. Ich hebe das Telefon auf, es klingelt immernoch, mein Finger liegt schon auf dem Knopf, aber ich drücke ihn nicht. Es hat aufgehört. Ich starre das Ding an. Adressliste. Nur Namen, die ich nicht kenne. Wer ist das? Was soll das? Ich versuche das Telefon umzustellen, wieder so, wie es sein muss, wie es sich gehört. Ich schaffe es auch. Plötzlich sind da Geräusche, als hätte jemand den Ton eingeschaltet und damit die Stille in dem leeren Haus durchbrochen. Der brummende Lärm der Motoren, wie in einer großen Stadt. Das Rauschen eines vorbeifahrenden Zuges, dann ein Flugzeug und über all dem, das Geräusch von spielenden Kindern. Kinder die Lachen, Kinder die weinen, Kinder, die schreien, reden, oder nur leise da sitzen und sich mit sich selbst beschäftigen. Ich gehe zum Fenster im Wohnzimmer und blicke hinaus. Auf einer Wiese am Lagerfeuer spielen Kinder im Dunkeln, sie rennen umher, lachen, haben Spaß, sehen so unbeschwert aus. Ich starre lange einfach nur aus dem Fenster, verfolge die Personen die dort unten sind, erkenne immer mehr von ihnen Miri und Mikklas, als er noch ganz klein war, Anni, Sveni, Meike... Ich bleibe einfach nur stehen beobachte die Szene im Mondlicht, verlier mich in ihr. Alle sehen genauso aus, wie auf dem Klassenfoto von vor war weiß ich wie vielen Jahren. - Plötzlich spür ich zwei Hände auf meinen Schultern, sie ziehen mich hart zurück. "Geh da weg! Das Darfst du nicht sehen" - Meine Mutter. Ich dreh mich vom Fenster weg, schaue auf das Telefon, das ich immer noch in meiner Hand halte. Die Adressliste ist immer noch die gleiche, falsche, nur das Datum, das ist anders: 31. Mai 2005...

Sonntag, 7. Juli 2013

The Boy and The Girl

Amelie wohnte schon immer in dem kleinen, schönen Dorf am Waldrand. Sie wohnte in einem kleinen Haus mit ihrer Großmutter, denn der Rest ihrer Familie wohnte entweder nicht mehr zu Hause, oder war schon gestorben. Ihr Vater zum Beispiel, der wohnte nicht mehr zu Hause. Ihr Vater war ein böser Mann. Zu mindestens sagte Großmutter das immer...
Amelie liebte die Bücher, aber nicht die mit den Bildern und Geschichten, nein, die Bücher, die ihr alles über Tiere erzählte, alles über die Pflanzen, über die Berge und Flüsse, Vögel und Fische. Sie war auch fleißig, sie ging jeden morgen brav zur Schule, nur Sonntags nicht, denn Sonntags ging sie mit Großmutter in die Kirche.
Sie träumte davon einmal eine große Tänzerin zu werden, Balletttänzerin. Und dafür übte sie auch recht fleißig, fasst jeden Nachtmittag ging sie Tanzen, und zu Hause wiederholte sie dann die Schritte, vor dem großen Spiegel im Wohnzimmer, während Oma da saß und zusah. Das einzige, was sie noch mehr mochte, als das Tanzen oder das Lernen, das war Tommy...