Sonntag, 28. Februar 2016

Kapitel 1: Eine neue Geschichte (Teil 2)



An dem Tag an dem unsere Geschichte anfängt, saßen die beiden wieder auf dem Teppich, aßen Früchte aus dem Wald, wärmten sich an den warmen Flammen des Kaminfeuers und hörten sich eine neue Geschichte an:

„Es waren einmal vor langer Zeit zwei Menschen, die waren unglaublich schön. Ihr wisst ja, das Schönheit immer drauf ankommt wo man lebt und zu welcher Zeit, weil mal ist groß sein ‚schön‘ und mal ist klein sein schön. Mal wird gesagt, es ist schön, wenn jemand lange, mal, wenn jemand kurz Haare hat. Aber im Grunde ist jeder Mensch schön, es kommt nur drauf an, wie ihr ihn anguckt. Jedenfalls von diesen Menschen sagten alle auf der ganzen Welt: ‚Ja, diese beiden Menschen, die sind schön! ‘ Sie lebten zu zweit in einem Garten, wo Blumen und Bäume aus aller Welt wuchsen. Rosen, Tulpen, Narzissen, eben alles, was ein Mensch sich so vorstellen kann und gerade weil es so viele wundervolle Pflanzen hier gab und der Garten auch in seiner Gesamtheit ein so prachtvolles Bild abgab, wurde er von vielen Menschen ‚Paradies‘ genannt. Ihr kleines Haus, in dem sie alles hatten, was sie brauchten, nicht mehr und nicht weniger war von Efeu bewachsen, wobei hie und da bunte Blumen aus den Fugen hervorsprangen und das Haus, das übrigens mehr ein Hüttchen war, so unglaublich hübsch anzusehen war. Eine wundervolle Rosenhecke umgab den Garten, ein Bogenbaum (ein Baum den es bei uns nicht gibt) ließ einen das Paradies betreten und in seinem Herzen sprudelte aus einem Brunnen klares Wasser und auf dem Wasser befand sich etwas, dass es so nirgendwo auf der ganzen Welt gibt: eine blaue Rose. 

Aus aller Welt kamen Menschen um entweder die Schönheit des Gartens einmal mit eigenen Augen zu sehen, oder schlicht einige ruhige Stunden umgeben von Blumen und schönen Düften in dem doch sonst so von Stress und Unruhe erfüllten Leben zu verbringen. Die beiden Menschen aus dem Garten (deren Namen übrigens niemand kennt; nennen wir sie doch… Friis und Julés) machte es oft tierisch traurig die Leute so zu sehen, wie sie voller Zeitdruck, aufeinander Schimpfend, weinend, ihrerseits traurig oder gar hasserfüllt in den Garten eintraten, aber sobald sie den Garten wieder verließen oder wenigstens eine gewisse Zeit in ihm verbracht hatten fingen ihre Gesichter an zu strahlen und sie vergaßen all ihren Hass, ihren Stress und die Dinge die einem sonst so schwer im Magen liegen. Dies mochte wohl an der besonderen Aura des ‚Paradieses‘ gelegen haben, aber so genau weiß das natürlich niemand. 

Und in diesem Garten und in dieser Aura geschah es, das jeden Tag eine Gestalt kam, sich vor den Brunnen setzte und von morgens bis abends auf die blaue Rose starrte, die Kapuze ihres Umhangs tief ins Gesicht gezogen und so völlig regungslos dort saß, bis auch der letzte Besucher wieder gegangen. Erst als die Sonne ganz untergegangen war, stand sie auf drehte dem Brunnen und der darauf schwimmenden blauen Rosen den Rücken zu und ging Kopf gebeugt durch den Bogenbaum aus dem Garten heraus. Friis meinte einmal zu Julés, beim Herausgehen eine Träne auf ihrem Gesicht gesehen zu haben. Und auch Julés war aufgefallen, dass sie meist traurig aussah und nie reden wollte. Julés und Friss hatten Mitleid.

Doch an einem Abend, als die Gestalt (die immer so traurig wirkte und von der niemand wusste, wer sie war) den Garten verließ, sah Friis etwas unter ihrem Umhang blitzen. Kinder, vielleicht könnt ihr euch denken was es war, denn als Friis sich um und zu dem Brunnen drehte, war die Blaue Rosen, die dort sonst so herrlich blühend und strahlend schwamm fort. Und sich wieder zurückdrehen mit ihr auch die Gestalt. Sie hatte die Rose gestohlen. 

Was dann weiter geschah, kann niemand wirklich sagen. Aber es kamen wohl keine Menschen mehr in den Garten und es wird gesagt, die Blumen wäre das Herz des Gartens gewesen und der Ursprung seiner Schönheit. Als also die Blume ging, verschwand auch der magisch-schöne Zauber des ‚Paradieses‘ und niemand hörte mehr davon.“

Mittwoch, 24. Februar 2016

Kapitel 1: Eine neue Geschichte (Teil 1)



Weil jede schöne Geschichte so anfängt (nur muss noch entschieden werden, ob dies eine schöne Geschichte ist) fangen wir diese Geschichte auch an, wie jede schöne Geschichte: Es waren einmal zwei Kinder in einem kleinen Dorf am Rande eines Waldes. Nun ja, sie waren nicht mehr wirklich Kinder, aber auch noch nicht jugendlich, und erst recht nicht erwachsen, darum nennen wir sie „Kinder“ auch wenn es nicht wirklich welche waren. Jedenfalls hatten sie sich schrecklich dolle lieb. Ihre Namen waren Julés und Friis. Sie wohnten gar nicht weit voneinander entfernt, man konnte in wenigen Minuten von Friis Haustür, zu Julés Haustür laufen. Und gerade weil sie sich so doll lieb hatten und gar nicht weit voneinander entfernt wohnten, saßen sie meist bei Friis im Wohnzimmer vor dem Kamin und hörten sich Geschichten an, die ihnen von Friis Großeltern erzählt wurden. Man mag jetzt meinen, dass sich Kinder, die ja eigentlich gar keine Kinder mehr sind, keine Geschichten mehr von den Großeltern erzählen lassen, aber weil die Geschichten so schön erzählt und auch so spannend waren, ließen sie sich bestimmt jeden zweiten Tag vor dem Kamin, bei Friis zu Hause erzählen, tranken dabei Tee und aßen Früchten, die sie zuvor im Wald gepflückt hatten. Friis und Julés saßen dabei Arm in Arm auf dem schönen Teppich, und Julés spielte mit den langen braunen Haaren und machte sie dabei ganz unordentlich. Julés hatte nämlich einen Vater der stets wollte, dass Julés Haare schön lang und glatt sind, wie sich das eben gehört, aber Julés war das egal. Julés war überhaupt alles egal „was sich so gehörte“. Friis guckte dabei zu und freute sich immer, wenn die langen ordentlichen Haare bald verspielt und unordentlich aussahen, so passt es mehr zu Julés.

An dem Tag an dem unsere Geschichte anfängt, saßen die beiden wieder auf dem Teppich, aßen Früchte aus dem Wald, wärmten sich an den warmen Flammen des Kaminfeuers und hörten sich eine neue Geschichte an:

Sonntag, 7. Februar 2016

Untitled 069



This is my beginning.
This is not my first.
Nothing will keep us together.
Nothing will tear us apart.

                Some may say I’m a fighter.
                Some may state I’m a sinner.
                Others will doubt my beginning.
                And I will say to you: Fuck you!

I’m afraid that nothing
will be over and left.
Yes I’m afraid of death.
Still all of these are guesses.

Dienstag, 2. Februar 2016

Wachs

Wir sind wie Wachs: hart; doch wenn wir auf die Flamme zukommen, werden wir weich und schmilzen vor ihr dahin.