Dienstag, 17. März 2015

Der 100ste Post

Lieber Leser_Innen :)

Ich freu mich sehr heute ankündigen zu dürfen, das mit dem letzten geschriebenen Post das 100ste Gedicht, die 100ste Kurz Geschichte oder der 100ste Tagebucheintrag veröffentlicht wurde. Außerdem ist es wirklich ungeheurer Aufregend zu wissen, das die Quersummer aus den 6169 = 22 Ansichten meines Blogs addiert mit der Quersummer der Gesamtzahl meiner Posts (
100 : 1 + 0 + 0 = 1) 23 ergibt, was wiederrum die Anzahl meiner Abonnenten ist. Toll oder?

Naja. Auf jeden Fall wollte ich allen Leuten danke sagen, für eure Aufmerksamkeit, für eure lieben Kommentare, für die tollen Geschichten von euren Blogs, oder eure Interesse, falls ihr selbst gar keinen Blog verwaltet. Ich danke euch für die Ansichten, für die Awards, für alles.

Ich weiß jetzt nicht, ob das gegen irgendwelche "Blogger-Regeln" oder so verstößt (gibt es so was)?
Aber ich würde gerne drei Leute nominieren einen kleinen Post in Form eines Gedichts oder einer kurzen Geschichte (fiktiv oder aus dem eigenen Leben) zu schreiben. Über die Sonne, das Leben, die Liebe, oder irgendwas anderes schönes.

Eine etwas komische Nominierung, aber das ich finde, dass die drei Nominierten sehr schön schreiben, freu ich mich unglaublich drauf:
1. Liesl
2. Nadine - Pain makes people change
3. Katie - Welcome to my dreaming

Ich hoffe ihr nehmt meine Nominierung an und ich kann bald (noch mehr tolles) von euch lesen.

Liebe Grüße
Jan

Sonntag, 15. März 2015

Drei




1.
Er sitzt in einem Stuhl, nach vorne gerichtet, versunken in seinen Gedanken. Sie sitz etwas weiter hinten, beschäftigt sich mit diesem und jenem.
Wie sie da steht und malt. Im sanften Takt zu „Us and Them“ durch feine Striche ihren Figuren Gesichter gebend. Da streichelt sie sich vorsichtig mit ihrem blassen Handrücken – um ja nichts mit der Farbe zu beschmieren – die leicht gelockten blonden Haare aus den so anmutigen Zügen ihres Gesichtes. Ja. Wie die Sonne dabei ihren schlanken Körper bis zu ihren nackten Füßen in Gold einzuhüllen scheint. Wie sie da steht. Und Malt. Mit den Ölfarben auf einem hölzernen Tableau in ihrer rechten und dem feinen Pinsel in ihrer linken Hand.
Sich plötzlich zu ihr umdrehend.
Stört sie wohl der Schatten des Baums? Oder der der Wolken? Immer hin und her ziehend. Dann ist das Bild doch mal dunkler und mal heller von den Schatten, oder nicht? Sich wieder verlierend. Ach. Malen. Ist das nicht ein schönes Wort? Malen? Ich könnte es 364 Mal vor mir her sagen und doch jedes Mal etwas anderes darin hören; das Rauschen der Meereswellen, Vögelzwitschern, milden Spätsommerwind und das dumpfe verhallen von entfernten Echos. Bamm Bamm Bamm Bamm Bamm
Sich wieder zu ihr drehend.
Wieso malst du nicht?
            Was? Wieso ich nicht male. Weiß nicht, mach ich halt nicht. Was redest du da
            eigentlich? Du bist ja ganz philosophisch. Sie lacht ironisch
Man darf doch auch mal philosophieren. Siehst du? Immer nur durch die Straßen rennen tu ich. Von einer Stadt in die andere. Flugblätter schreiben, rennen, schreien um die Freiheit und dann wieder rennen. Da darf ich doch ein Mal einfach hier stehen, nach vorne schauen und mich in meiner Phrase verlieren. Wieso malst du nicht?
Also? Wieso? Wieso malst du nicht?
Okay, wieso ich nicht male? Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich hab es nie probiert. Vielleicht kann ich es nicht. Nicht malen, meine ich. Mich in etwas verlieren, mich voll und ganz hingeben. Ich glaube das ist Das Problem. Wer sich nicht komplett hingeben kann, der kann auch nicht malen. Siehst du? Ich stehe gerne an dem plätschernden Bächen und halte meine bloßen Füße hinein. Aber stets nur um sie zu kühlen, nicht um zu verweilen. Ich laufe gerne, aber nie um des Laufens wegen.
Immer wegen was anderem. Ich singe gerne, aber um die Leute zu beeindrucken, nicht für mich weil ich mich im Singen verliere. Verstehst Du? Aber du bist da anders. Wenn du mit den Anderen durch die Straßen rennst, bist du nicht wie ich. Du machst es, und gibst dich dafür hin. Und das bewundere ich an dir. Du könntest malen… 
Hm, ich weiß ja nicht. Ich glaube mich stören die Schatten. Und ich glaube solange die einen stören verliert man sich nicht ganz in einer Sache. Die Frau, die da steht in ihrem Kleid und ihren nackten Füßen und das Bild malt… Sie stören die Schatten nicht.


2.
Von unten hört man zwei Jungen rufen.
Fabio:              Ey! Komm raus! Wir warten schon die ganze Zeit! Aber zieh dir
                        Bitte was an. Lacht.
M:                   Ja bitte, schließlich heißt du nicht Adonis. Beeilen solltest du dich
aber trotzdem. Sonst bleibt kein Zug mehr für dich übrig. Beide lachen.
Fabio:              Wir warten!
M:                  Ist das Pink Floyd, was ihr da hört. Also Bildung könnten wir ja
                        Schon gebrauchen. Aber normale Menschen sind wir auf keinen.
                        Also, was ist jetzt, beeilst du dich?

3.

Unten angekommen, Szene vor dem Haus.

Ist ja schon gut. Hier bin ich. Und jetzt geb mal nen Zug. Ja, das ist Pink Floyd und von uns kannst du die Bildung am besten gebrauchen. Nimmt einen langen Zug. Die Wolken sehen nach Regen aus, oder?
Also Fabio. Was ist jetzt, wo treffen wir uns?
Fabio:             In der alten Fabrik. Die anderen machen schon Feuer. Damit du nicht
                        frierst.
Die drei rennen los
Au revoir.

4.
Fabio:              Wir sind ein Teil von jener Kraft
Die ihr so fürchtet, die ihr so hasst.
M:                  Die zerschlagen, verbrennen und schwarz sich kleiden
Fabio:              Brutal sind, ungebildet und nur die Reichen beneiden.
Mit denen kann man oh nicht diskutieren.
M:                  Ist was die Leute sagen, während sie sich pikieren
                        Mal ernst mit uns zu reden
Fabio:              Denn wir sind ein Teil von jener Kraft
Die euch diesen Himmel ohne Wolken schafft!
M:                  Für euer rosa rotes Kuschelleben
                        Arbeit, Heirat und Kinder kriegen
Dann schlafen, essen, sterben?
Euer Paradies auf Erden?
Fabio:              Wir sind ein Teil von jener Kraft
                        Die mit diesem Stein uns zu freien Menschen macht.
Die mit dieser Faust eure Mauer aufbricht
M:                   Das rot und das schwarz der Farnen euch schon in den Augen sticht
Fabio:              Maskiert, vermummt, ja, doch fragt ihr nie nach Grund
                        Ihr hab euch abgefunden, seid tief entspannt
M:                   Brauchtet nur eine Seite, die habt ihr die Böse genannt
Ihr seht wie durch ein Schlüsselloch eurer beschränkten Realität
Nehmt nur noch war, eine begrenzte Identität.
Fabio:              Denn wir sind ein Teil von jener Kraft
                        Die mit diesem Stein uns zu freien Menschen macht.
M bleibt schnaufend stehen.
Haha, du rauchst einfach zu viel Alle lachen
M:                  Ich? Auf Fabio zeigend. Der kifft zu viel.
Fabio:              Was sollte eigentlich die Zeile mit den Wolken? Die hast du noch
                                   Nie gesagt.
Wahrscheinlich nur, weil die Wolken heut so tief hängen.
Fabio:              Haha, du denkst zu viel kleiner. Kommt die anderen warten.
M:                  Jetzt müssen wir uns beeilen, weil er Pink Floyd hörend liebe macht und           
und sich zu langsam anzieht?